
Cointelegraph berichtete am 20. April, dass Abhi Srivastava, stellvertretender Vorsitzender der digitalen Wirtschaftsgruppe bei Moody’s Investor Services, sagte: Die bestehende Zahlungsinfrastruktur in den USA plus das Verbot von Vorschriften, die stabile Coin-Zahlungsrenditen erlauben, bedeute, dass stabile Coins kurzfristig kaum in großem Umfang traditionelle Einlagen im Inland ersetzen werden. Allerdings ist, da die Marktkapitalisierung von Stablecoins die 300-Milliarden-Dollar-Marke überschreitet, der langfristige Wettbewerbsdruck für die Banken nicht zu unterschätzen.
Srivastavas Analyse stützt sich auf zwei strukturelle Faktoren. Erstens bietet das in den USA vorhandene Zahlungssystem bereits schnelle Überweisungsdienste zu niedrigen Kosten; der differenzierende Vorteil von Stablecoins in Zahlungs-Szenarien ist entsprechend relativ begrenzt. Zweitens verbietet die US-Regulierung auf der Ebene der Aufsicht ausdrücklich stabile Coin-Zahlungsrenditen, wodurch sie nicht in der Lage sind, sich durch höhere Zinssätze und Bankeinlagen im positiven Sinne direkt mit traditionellen Einlagen um Einleger zu konkurrieren—das ist der unmittelbarste politische Faktor, der ihren Ersatz traditioneller Einlagen einschränkt.
Er sagte, dass die Rolle von Stablecoins derzeit in Zahlungs-, grenzüberschreitenden E-Commerce- und On-Chain-Finanzbereichen noch „begrenzt“ sei, sich diese Rolle jedoch „stetig ausweite“.
(Quelle: RWA.xyz)
Srivastava machte klar, dass kurzfristige Sicherheit nicht bedeutet, dass es langfristig keine Risiken gibt. Mit zunehmender Verbreitung von Stablecoins und tokenisierten RWA könnten Banken mit zwei Richtungen langfristigen Drucks konfrontiert werden: Erstens ein Abfluss von Einlagen, also dass Nutzer ihr Geld von traditionellen Bankkonten auf On-Chain-Stablecoins verlagern; zweitens eine daraus abgeleitete Verringerung der Kreditvergabefähigkeit, weil das Schrumpfen der Einlagenbasis die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe direkt begrenzt.
Nachdem die Marktkapitalisierung von Stablecoins die 300-Milliarden-Dollar-Marke überschritten hat, hat dies dem Markt bereits ein strukturelles Warnsignal gesendet.
Das Thema der Regulierung von Stablecoins ist tief in das gesetzgeberische Ringen im US-Kongress eingebettet. Der „Gesetzentwurf zur Transparenz von Digitalen Asset-Märkten“ (CLARITY-Gesetzentwurf) schafft einen umfassenden regulatorischen Rahmen für den Kryptomarkt, doch derzeit steckt er weiterhin im Kongress fest; ein Teil der Gründe liegt darin, dass die Kryptoindustrie, angeführt von Coinbase, Einwände gegen frühe Entwürfe erhob—darunter auch umstrittene Bestimmungen wie der fehlende rechtliche Schutz für Open-Source-Softwareentwickler sowie das Verbot der Ausgabe von renditebringenden Stablecoins.
Der US-Senator von North Carolina, Tom Tillis, hatte erklärt, er plane, einen aktualisierten Entwurf zu veröffentlichen, den beide Seiten akzeptieren könnten; laut Politico wurde ein solcher Entwurf bislang jedoch noch nicht veröffentlicht. Mehrere Krypto-Manager warnten, dass der Kryptoindustrie, falls der CLARITY-Gesetzentwurf nicht verabschiedet wird, künftig möglicherweise noch härtere Schläge durch feindlichere Aufsichtsbehörden bevorstehen könnten.
Die Analyse von Moody’s basiert auf zwei konkreten Faktoren: Erstens ist die bestehende Zahlungsinfrastruktur in den USA bereits schnell und kostengünstig, und der Vergleichsvorteil von Stablecoins ist begrenzt; zweitens verbietet die US-Regulierung auf der Aufsichtsebene stabile Coin-Zahlungsrenditen, sodass Stablecoins nicht in der Lage sind, Einleger direkt durch einen Zinsvorteil zu gewinnen. Zusammen begrenzen diese beiden Faktoren die Möglichkeit, dass Stablecoins im Inland kurzfristig in großem Umfang traditionelle Bankeinlagen ersetzen.
Banken-Interessenvertretungen befürchten, dass, falls renditebringende Stablecoins legalisiert werden, Gelder von traditionellen Bankkonten hin zu On-Chain-Stablecoins mit höheren Renditen fließen und so die Einlagenbasis sowie die Kreditvergabefähigkeit der Banken untergraben. Die Kryptoindustrie hingegen ist der Ansicht, dass die betreffenden Verbote Innovationen einschränken. Dieser Interessenkonflikt führt dazu, dass es schwierig ist, eine überparteiliche Einigung zu erzielen, und wird zur zentralen Hürde für das Vorankommen der Gesetzgebung.
Einige Krypto-Manager warnen, dass, falls der Gesetzentwurf scheitert, in Zukunft möglicherweise ein noch strengeres regulatorisches Umfeld bevorsteht, was mehr Unsicherheit für den Markt mit sich bringen könnte. Andererseits könnte das Fehlen eines klaren regulatorischen Rahmens auch dazu führen, dass institutionelle Anleger Stablecoins weniger übernehmen, was sich auf das langfristige Entwicklungspotenzial des gesamten Stablecoin-Ökosystems und das Vertrauen institutioneller Akteure auswirkt.
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