Ein Bundesbezirksgericht der USA hat entschieden, dass vorläufig das Vorgehen des Bundesstaats Arizona gegen die Vorhersagemarkt-Plattform Kalshi gemäß dem Glücksspielgesetz untersagt wird. Der Richter ist der Ansicht, dass die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) die ausschließliche Zuständigkeit hat und dass die Landesregierung diese nicht überschreiten darf.
Ein Bundesbezirksgericht in den USA hat kürzlich in dem Rechtsstreit zwischen der Vorhersagemarkt-Plattform Kalshi und der Regierung von Arizona entschieden: Vorläufig wird dem Staat untersagt, die spielbezogenen Vorschriften gegen diese Plattform durchzusetzen, und gleichzeitig wurden die entsprechenden strafrechtlichen Verfahren ausgesetzt. Diese Entscheidung klärt zunächst die Rangfolge, in der der Bund und die Landesregierung über die Aufsicht über Finanzderivate verfügen.
Der US-Bundesrichter Liburdi (Michael Liburdi) führte in seiner Entscheidung aus, dass die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ausreichende Beweise vorgelegt habe, um zu belegen, dass die von dem Vorhersagemarkt angebotenen Event Contracts „Ereignisverträge“ die Definition von Swaps im Commodity Exchange Act erfüllen. Gemäß dieser Vorschrift hat die CFTC „Exclusive Jurisdiction“ „ausschließliche Zuständigkeit“ für Produkte, die in einem bestimmten Kontrakthandelsmarkt gehandelt werden. Der Richter ist der Ansicht, dass Bundesrecht bei der Regulierung solcher Finanzprodukte Vorrang hat; daher überschreitet Arizona, wenn es versucht, diesen Markt mit landesrechtlichen Glücksspielvorschriften zu regulieren, die Befugnisse für die Durchsetzung. Nach Veröffentlichung dieser Anordnung wurde die ursprünglich für Montag geplante Anhörung zur strafrechtlichen Vorführung (Initial Hearing) abgesagt, was zeigt, dass Bundesgerichte eher zu einem einheitlichen Regulierungsrahmen für nationale Finanzmärkte tendieren.
Die Strafverfolgungsbehörden von Arizona hatten zuvor 20 Vergehen (Misdemeanor) gegen Kalshi erhoben. Dabei wurde behauptet, die Plattform nehme illegal Wetten an, die sich auf politische Wahlergebnisse, Universitäts-Sportwettkämpfe sowie die individuellen Leistungen von Spielern beziehen; zudem wurde betont, dass der Staat streng unlizenzierte Glücksspielgeschäfte verbietet. Kalshi hält jedoch dagegen, dass sein Geschäftsmodell kein traditionelles Glücksspiel sei, sondern Kunden den Handel mit Verträgen ermögliche, bei denen es um „Ja“ oder „Nein“ hinsichtlich des Ausgangs eines Ereignisses geht. Kalshi betont, dass zwischen den Kunden ein Risiko-Swap stattfindet, nicht eine Wette zwischen Spielern und einem Wettanbieter, wie es im traditionellen Glücksspiel üblich ist; ihrem Wesen nach handele es sich um ein Finanzprodukt.
Arizona ist der erste Bundesstaat in den USA, der gegen eine Vorhersagemarkt-Plattform vorgeht, und löste anschließend eine Kettenreaktion aus. Neben Arizona steht Kalshi auch in Utah und Iowa unter rechtlichem Druck. Die Entscheidungen der Richter vor Ort fallen derzeit unterschiedlich aus: In Nevada und Massachusetts unterstützen die Gerichte die Verbote der Landesregierung, während New Jersey und Tennessee Urteile zugunsten der Plattform gefällt haben.
Die Trump-Regierung zeigt sich offen unterstützend für Vorhersagemärkte. Sogar Bundesbehörden haben Klagen gegen den Bundesstaat Connecticut, Arizona und Illinois eingereicht und werfen lokalen Regierungen vor, in die bundesstaatliche Aufsichtstätigkeit einzugreifen. Man ist der Ansicht, dass der Einsatz von Landesrecht, um regulierungskonforme Finanzunternehmen anzugreifen, gefährliche Präzedenzfälle schaffen werde.
Die Entwicklung von Vorhersageplattformen ist eng mit politischen Kräften verflochten: Der älteste Sohn von Präsident Trump ist Berater von Kalshi und Polymarket und zugleich Investor Letzterer. Die Social-Media-Plattform Truth Social von Trumps Unternehmen plant außerdem die Einführung von Truth Predict, einem Vorhersagemarkt auf Basis von Kryptowährungen.
Kalshi argumentiert, dass die getrennte Durchsetzung des Glücksspielrechts durch die einzelnen Bundesstaaten das Überleben der Plattform gefährde und die Integrität und Liquidität der Verträge schade. Kalshi ist der Auffassung, dass die strafrechtliche Verfolgung durch Arizona darauf abzielt, die bestehenden zivilrechtlichen Verfahren zu stören. Ein Sprecher des Generalstaatsanwalts von Arizona, Taylor (Rich Taylor), stimmt der Aussetzung der Entscheidung durch den Richter nicht zu und erklärt, man werde die nächsten Schritte bewerten.
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