Vor dem Hintergrund, dass sich weltweit die Krypto- und Finanzaufsicht zunehmend angleicht, wird Jeremy Allaire erneut an die vorderste Front des öffentlichen Interesses gedrängt. Wie das bekannte Krypto-Medium CoinDesk berichtet, wurde der Mitgründer, CEO und Vorsitzende von Circle kürzlich in die „Time“-Liste „Global 100 Most Influential People of 2026“ aufgenommen. Das steht nicht nur für seinen persönlichen Einfluss, sondern bedeutet auch, dass „Stablecoins“ offiziell aus der Krypto-Peripherie in den Kern des globalen Finanzsystems vorrücken.
Dahinter steckt jedoch nicht einfach eine Startup-Erzählung, sondern eine langfristige Story, die sich über Netzwerkinfrastruktur, Zahlungssysteme und das Währungssystem erstreckt.
Von ColdFusion zu On-Chain-Dollar: Allaires Startup-Story
Der berufliche Werdegang von Jeremy Allaire unterscheidet sich deutlich von den meisten Krypto-Entrepreneuren. Er stammt nicht aus dem Bitcoin- oder Krypto-Umfeld, sondern ist ein typischer „Startup-Gründer für Netzwerkinfrastruktur“.
In den 1990er-Jahren gründete er die Allaire Corporation, baute das serverseitige Entwicklungstool ColdFusion und etablierte in der Frühphase des Internets eine Entwickler-Community. Später wurde das Unternehmen von Macromedia übernommen, und er wechselte in die Kern-Entscheidungsebene der Unternehmens-Softwareplattform. Im Jahr 2004 gründete er erneut die Videoplattform Brightcove, führte das Unternehmen erfolgreich an die Börse und versorgte Zehntausende Websites und Unternehmen.
Circles Wandel: Vom Zahlungs-App zu Dollar-Stablecoins
Circle wurde 2013 gegründet und war anfangs eigentlich näher an einem digitalen Zahlungsunternehmen—ähnlich wie eine Krypto-Version von PayPal. Doch dieser Weg stieß schnell an Grenzen: unklare Regulierung, ein instabiles Geschäftsmodell und intensiver Wettbewerb. Der eigentliche Wendepunkt war die Einführung von USD Coin (USDC). Das Design von USDC ist sehr „anti-krypto-fundamentalistisch“: Er ist keine dezentralisierte Währung, sondern vollständig durch Dollar-Reserven gestützt, mit Fokus auf Compliance und Transparenz.
Dadurch hat sich die Positionierung von Circle grundlegend verändert. Heute lässt sich das Geschäft von Circle in drei Ebenen gliedern:
Erstens ist da USDC selbst als On-Chain-Dollar.
Zweitens gibt es das Zahlungs- und Abwicklungsnetzwerk. In den letzten Quartalen haben die Aktionärstreffen besonders stark den Public Chain ARC betont.
Drittens steht die gesamte Vision des „Internet Financial System“: Blockchain, KI und Zahlungen zu integrieren, zu einem neuen Generation-Finanz-Betriebssystem.
Geschäftsmodell: Von der Ausgabe von Coins zu „digitalen Geldmarktfonds“
Auch die Einnahmestruktur von Circle zeigt die Essenz von Stablecoins. Die Kernquelle sind nicht Transaktionsgebühren, sondern die Reservewerte hinter USDC: hauptsächlich Bargeld und kurzfristige US-Staatsanleihen. In einem Zyklus steigender Zinsen entsteht daraus ein Modell mit ausgeprägtem Skaleneffekt: Je mehr USDC im Umlauf ist, desto größer sind die Reservewerte—und desto höher sind die Zinseinnahmen.
Damit ist die kommerzielle Logik von Circle viel näher an „digitalen Geldmarktfonds“ als an einem traditionellen Krypto-Unternehmen. Gleichzeitig beginnen mit der Übernahme von Stablecoins durch Unternehmen auch die Einnahmen aus API-, Clearing- und Infrastrukturservices zu wachsen und Schritt für Schritt eine zweite Wachstumskurve zu bilden.
Nach dem IPO: Vom Wachstumsunternehmen hin zu finanzieller Infrastruktur
2025 ging Circle offiziell an der New York Stock Exchange an die Börse; der Ausgabepreis betrug 31 US-Dollar, und es wurden rund 1,1 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Bis Anfang 2026 halten sich sowohl die Umlaufmenge von USDC als auch die On-Chain-Nutzung weiterhin auf einem starken Wachstumskurs, und das Unternehmen erwartet, auch in Zukunft hohe zweistellige und sogar noch höhere jährliche Wachstumsraten beizubehalten. Das bedeutet, dass die Bewertungslogik von Circle von „Krypto-Unternehmen“ hin zu weltweiter Dollar-Liquiditätsinfrastruktur übergegangen ist.
Die Marktkapitalisierung von USDC überschreitet 78,8 Milliarden US-Dollar, und die Finanzergebnisse von 2025 Q4 zeigen Profitabilität
Laut Daten von DeFiLlama beträgt die derzeitige Umlauf-Marktkapitalisierung von USDC etwa 78,867 Milliarden US-Dollar. Die Finanzergebnisse von Circle für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 zeigen die Profitabilität: Der Gesamtumsatz und Erträge aus Reserven in Q4 belaufen sich auf 770 Millionen US-Dollar (plus 77% im Jahresvergleich). Nach Abzug von Vertriebs- und Transaktionskosten weitet sich die Kernmarge bei RLDC (Revenue Less Distribution Costs) auf 40% aus; das bereinigte EBITDA schießt um 412% nach oben auf 167 Millionen US-Dollar.
Der US-Regulierungsumschwung: Die Schlüsselbedeutung des GENIUS Act
Der echte Wendepunkt für Stablecoins kommt aus der Politik. Im Jahr 2025 verabschiedeten die USA den GENIUS Act und schufen einen Regulierungsrahmen für Stablecoins auf Bundesebene. Das bedeutet einen entscheidenden Punkt: Die USA wollen Stablecoins nicht verbieten, sondern sie in das Dollar-System einbinden.
Unter dieser Regulierungslogik ist Circle fast ein „Standardsieger“. Der Grund liegt darin, dass seine Strategie von Anfang an auf regulatorische Ausrichtung ausgelegt war.
Dieser Artikel Stablecoin-Zeit! Circle-Gründer Jeremy Allaire in die „Global 100 Most Influential People“ von 2026 aufgenommen wird zuerst bei Kettennews ABMedia veröffentlicht.
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