Die Senatorinnen Elizabeth Warren (D-MA) und Ron Wyden (D-OR) haben an den Handelsminister Howard Lutnick und den Tether-CEO Paolo Ardoino geschrieben und verlangen Informationen über Kredite, die das Stablecoin-Unternehmen an einen Trust vergeben hat, von dem die Kinder Lutnicks profitierten, berichtet Decrypt. Bloomberg hatte im März gemeldet, dass Lutnick seinen Anteil an Cantor Fitzgerald im Oktober 2025 an seine vier Kinder verkauft habe, um Bundesvorschriften zu Ethik und Interessenkonflikten einzuhalten, und einen Tag später Tether einen nicht offengelegten Betrag an „Dynasty Trust A“ verliehen habe, einen Trust, dessen vier Kinder Lutnicks die Begünstigten sind.
Die Senatoren erklärten, falls „die Berichte über diesen Kredit zutreffend sind, würde dies ernsthafte Fragen zur Beziehung zwischen Minister Lutnick und Tether aufwerfen.“ Sie betonten ihre Sorge, dass „Tether nicht versucht habe, Secretary Lutnick zu bestechen oder anderweitig Kontrolle oder Einfluss über ihn auszuüben.“ Die Senatoren behaupteten zudem, Tether habe „vorteilhafte Behandlung“ im GENIUS Act im Juli 2025 erhalten, der Stablecoin-Firmen, die in den USA tätig sind, zum ersten Mal regulatorische Klarheit verschaffte, wodurch die Vorwürfe „noch beunruhigender“ würden.
Decrypt hat Tether für eine Stellungnahme kontaktiert. Weder Lutnick noch das Handelsministerium haben bislang offiziell zu den Berichten Stellung genommen.
Senator Warren äußert sich generell stark kritisch gegenüber dem GENIUS Act und der Stablecoin-Industrie insgesamt. Im März des vergangenen Jahres sagte Warren, das Gesetz „fehlen grundlegende Schutzmaßnahmen, die notwendig sind, um sicherzustellen, dass Stablecoins nicht unser gesamtes Finanzsystem sprengen.“ Sie hat außerdem Befürchtungen hervorgehoben, dass Stablecoins für illegale Aktivitäten wie Geldwäsche eingesetzt werden könnten, etwa durch Organisationen wie Drogenkartelle, sowie Bedenken zum Verbraucherschutz vor Betrug.
Tether war bereits Gegenstand mehrerer Untersuchungen durch verschiedene Behörden. Im Jahr 2021 führte die Untersuchung der CFTC dazu, dass das Unternehmen mit 41 Millionen US-Dollar Strafe belegt wurde, wegen „unwahrer oder irreführender Aussagen“ im Zusammenhang mit seinem USDT-Stablecoin. Im Oktober 2024 wurde berichtet, Tether stehe unter bundesweiter strafrechtlicher Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen Sanktions- und Anti-Geldwäsche-Regeln, wie The Wall Street Journal berichtete.
Verbindungen zwischen der Kryptoindustrie und Politikern geraten weltweit verstärkt in den Fokus. Der Milliardär Christopher Harborne, der einen 12%-Anteil an Tether hält, sorgte diese Woche für Schlagzeilen, nachdem Berichte bekannt wurden, dass er dem britischen Politiker Nigel Farage 2024 eine zuvor nicht offengelegte Schenkung in Höhe von 6,7 Millionen US-Dollar (£5 Millionen) gegeben hatte. Anschließend habe er einigen Quellen zufolge rund 12 Millionen Pfund an Farages Reform-UK-Partei gespendet.
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