Gate News-Meldung, 20. April — Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz forderte die Europäische Union am 19. April dazu auf, regulatorische Beschränkungen für industrielle KI zu lockern, während gleichzeitig eine strengere Aufsicht über Verbraucheranwendungen beibehalten werde. Er argumentierte, die aktuellen Regeln seien für eine Übernahme durch Unternehmen zu restriktiv und verhinderten Produktivitätsgewinne in Fabriken.
Merz’ Vorstoß zur Deregulierung hängt mit der Initiative „Made for Germany“ zusammen, im Rahmen derer 126 Unternehmen planen, zwischen 2025 und 2028 mehr als 800 Milliarden Euro (ungefähr $942 Milliarde) zu investieren, um das Geschäftsumfeld des Landes zu stärken. Ein Großteil dieser Mittel ist dafür vorgesehen, die Einführung von KI in deutschen Industrien zu beschleunigen. Die Aussagen wurden auf der Hannover Messe gemacht, wo praktische industrielle KI-Anwendungen präsentiert werden, darunter der autonome Verpackungsroboter von Siemens sowie die KI-gestützte Chat-Funktion zur Fabrikautomatisierung von SEW-EURODRIVE, die ohne herkömmliche Ansätze auf großen Sprachmodellen arbeitet.
Die Initiative spiegelt den breiteren Vorstoß Europas nach digitaler Souveränität wider. Europa importiert derzeit über 80% seiner digitalen Technologien; drei große US-Anbieter für Cloud-Computing kontrollieren ungefähr 70% des Cloud-Markts des Kontinents. Indem Europa statt mit US-Unternehmen für Verbraucher-KI zu konkurrieren auf industrielle KI setzt, will es seine bestehenden Stärken in Fertigung und Robotik nutzen und zugleich die Abhängigkeit von aus dem Ausland gesteuerten Technologien reduzieren.
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