Die britische Financial Conduct Authority hat eine öffentliche Konsultation gestartet, um zentrale Regeln zu streichen, die die Forschung im Zusammenhang mit Erstnotierungen (Initial Public Offerings, IPOs) regeln. Dies signalisiert eine Wende in der Art und Weise, wie das Vereinigte Königreich versucht, seinen schwächer werdenden Börsenlisting-Markt wiederzubeleben. Die Konsultation läuft bis zum 29. Mai und folgt auf ein im Dezember abgegebenes Bekenntnis, die britischen Kapitalmärkte zu stärken. Laut der FCA haben das ursprünglich 2018 eingeführte Regelwerk nach acht Jahren nicht die beabsichtigten Ergebnisse geliefert.
Die FCA plant, zwei 2018 eingeführte Anforderungen zu entfernen: eine verpflichtende 7-tägige Verzögerung, bevor Banken Research zu IPO-Kandidaten veröffentlichen dürfen, sowie eine Regel, nach der Unternehmen unabhängige Analysten mit denselben Informationen versorgen müssen, die auch den internen Research-Teams bereitgestellt werden.
Im Rahmen der vorgeschlagenen Änderungen könnten Banken, die an einem IPO beteiligt sind, Research unmittelbar veröffentlichen, und die Anforderung, identische Informationen mit unabhängigen Analysten zu teilen, würde entfallen. Diese Änderungen würden die 2018 eingeführte „Level Playing Field“-Struktur rückgängig machen, in der unabhängige Research-Anbieter Zugang und Zeit erhalten haben, um vor den mit Banken verbundenen Analysten zu veröffentlichen.
Laut Jon Relleen, einem leitenden FCA-Vertreter, „ist das Feedback aus dem Markt eindeutig: Diese Regeln können zusätzliches Risiko, Kosten und Komplexität verursachen, ohne die beabsichtigten Vorteile zu liefern.“
In der Praxis würde der Rückbau den IPO-Prozess vereinfachen. Emittenten und Banken würden mit weniger Koordinationsanforderungen konfrontiert, während die rechtliche und operative Komplexität im Zusammenhang mit der Verteilung von Research reduziert würde.
Der Schritt erfolgt, während London einem zunehmenden Wettbewerb durch globale Handelsplätze für Notierungen ausgesetzt ist. Unternehmen haben zunehmend US-Märkte gewählt, wo tiefere Liquidität, breitere Analystenabdeckung und höhere Bewertungen verfügbar sind. Auch europäische Handelsplätze wie Amsterdam konnten an Boden gewinnen, insbesondere nach dem Brexit.
In Großbritannien gab es weniger große IPOs, und mehrere inländische Unternehmen haben entweder US-Listings oder Strategien mit Doppelnotierung verfolgt. Analysten haben außerdem auf einen rückläufigen Umfang der Research-Berichterstattung für mittelgroße britische Unternehmen hingewiesen, was die Sichtbarkeit bei globalen Investoren einschränkt und die Attraktivität des Gesamtmarkts reduziert.
Der Vorschlag der FCA zielt darauf ab, die Ausführungsgeschwindigkeit zu verbessern und Hürden zu senken, die direkt kontrolliert werden können, statt breitere strukturelle Herausforderungen anzugehen.
Während die Änderungen dazu beitragen können, IPO-Zeitleisten zu beschleunigen und die Abwicklung von Deals zu vereinfachen, dürften sie den Einfluss eher zurück zu den Investmentbanken verlagern. Mit Banken verbundene Analysten würden wieder früher und möglicherweise mit detaillierteren Informationen Zugang zu Unternehmensdaten erhalten.
Unabhängige Research-Anbieter, die es unter dem aktuellen Rahmen bisher schwer hatten, zu skalieren, könnten es ohne garantierten Zugang zu Emittentendaten schwerer finden, mitzuhalten. Dies könnte die Analyse durch Dritte in IPO-Prozessen weiter reduzieren.
Die FCA hat in diesem Stadium keine zusätzlichen Reformen vorgeschlagen, aber Fragen aufgenommen, ob in Zukunft umfassendere Änderungen an den Informationsflüssen im Zusammenhang mit IPOs notwendig sein könnten. Die Konsultation ist Teil einer breiteren Anstrengung, die britische Finanzregulierung nach dem Brexit neu auszurichten, wobei politische Entscheidungsträger Maßnahmen priorisieren, die die Kapitalbildung unterstützen, während gleichzeitig die Integrität des Markts gewahrt bleibt.
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