Atos hat laut der Ankündigung eine dreijährige Vereinbarung mit LCH SA unterzeichnet, um die Finanzsysteme des Clearinghauses in eine regulierte Cloud-Umgebung zu migrieren. Das Projekt konzentriert sich darauf, kritische Infrastruktur zu übertragen, dabei die operative Kontinuität sicherzustellen und die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Es spiegelt wider, wie Anbieter von Marktinfrastruktur Cloud-Technologie übernehmen, während sie gleichzeitig Einschränkungen bei Sicherheit, Resilienz und Compliance adressieren.
Die Migration wird die Finanzinformationssysteme von LCH in eine SecNumCloud-zertifizierte Infrastruktur übertragen. Dabei handelt es sich um eine Zertifizierung für sensible Workloads in regulierten Branchen. Dieses Framework legt Standards für Sicherheit, Datenschutz und operatives Controlling fest.
Die Migration wird durchgeführt, während ununterbrochener Service aufrechterhalten wird. Das spiegelt den Bedarf an kontinuierlichem Betrieb in Clearing-Systemen wider, die Finanzmärkte unterstützen. Clearinghäuser verarbeiten große Mengen an Transaktionen und steuern das Kontrahentenrisiko. Daher sind Systemverfügbarkeit und Stabilität während Infrastrukturwechseln besonders wichtig.
Der Einsatz von Cloud in der Marktinfrastruktur für Finanzgeschäfte wird durch regulatorische Erwartungen geprägt, die sich auf Datensouveränität, Resilienz und Risikomanagement beziehen. Die Nutzung einer zertifizierten Cloud-Umgebung ermöglicht es Institutionen, sich mit den regulatorischen Vorgaben in Einklang zu bringen und die Systeme zu modernisieren.
Franck Chartier, Leiter Frankreich bei Atos, sagte: „Dieses Projekt veranschaulicht in idealer Weise Atos’ Fähigkeit, Finanzinstitutionen bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen und gleichzeitig die Sicherheit und die Compliance ihrer Informationssysteme zu gewährleisten. Unser Know-how, unser Branchenwissen und unser Engagement sind entscheidend für den Erfolg der Migration von LCH SA in die Cloud.“
Der Fokus auf Compliance spiegelt die Rolle der Aufsichtsbehörden wider, die Technologieänderungen in kritischer Finanzinfrastruktur genehmigen oder überwachen.
LCH erklärte, dass die Migration seine Anstrengungen unterstützt, die operative Resilienz zu stärken. Cloud-Infrastruktur kann Redundanz, Skalierbarkeit und Wiederherstellungsfähigkeiten bereitstellen, was für Systeme relevant ist, die unter Stressbedingungen verfügbar bleiben müssen.
Corentine Poilvet-Clédière, Chief Executive Officer von LCH SA, kommentierte: „Dieses Projekt mit Atos unterstützt die Modernisierung unserer Informationssysteme und hilft dabei, sicherzustellen, dass wir auch weiterhin die Erwartungen unserer Kunden und Aufsichtsbehörden erfüllen, während wir unsere operative Resilienz stärken, während wir in die Cloud wechseln.“
Resilienz ist für Finanzinstitutionen zu einem zentralen Schwerpunkt geworden, insbesondere nachdem Störungen in den Märkten die Bedeutung der Systemstabilität hervorgehoben haben.
Die Vereinbarung steht für einen breiteren Trend, bei dem Börsen, Clearinghäuser und andere Infrastruktur-Provider cloudbasierte Systeme übernehmen. Diese Umstellungen sind im Vergleich zu anderen Branchen komplexer, da das betroffene Ausmaß und die Kritikalität der Systeme größer sind.
Anbieter von Marktinfrastruktur müssen sicherstellen, dass Cloud-Deployments Anforderungen an Latenz, Zuverlässigkeit und regulatorische Compliance erfüllen. Dies erfordert häufig den Einsatz spezialisierter oder zertifizierter Umgebungen anstelle von standardmäßigen Public-Cloud-Konfigurationen. Die Nutzung regulierter Cloud-Frameworks ermöglicht es Institutionen, die Fähigkeiten der Cloud zu nutzen, während sie die Kontrolle über sensible Abläufe behalten.
Das Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren umgesetzt. So ist eine stufenweise Migration und Tests der Systeme möglich. Dieser Ansatz reduziert das Risiko, das mit der Verlagerung kritischer Infrastruktur verbunden ist. Künftige Phasen könnten darin bestehen, Cloud-Fähigkeiten auszuweiten oder zusätzliche Systeme zu integrieren, sobald die anfängliche Migration abgeschlossen ist. Laufende Überwachung und Anpassung werden erforderlich sein, um Leistung und Compliance aufrechtzuerhalten.
Was ist die SecNumCloud-Zertifizierung?
SecNumCloud ist eine Zertifizierung für sensible Workloads in regulierten Branchen. Sie definiert Standards für Sicherheit, Datenschutz und operatives Controlling und ermöglicht es Finanzinstitutionen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, während sie Cloud-Infrastruktur nutzen.
Warum ist operative Kontinuität während Migrationen von Clearinghäusern entscheidend?
Clearinghäuser verarbeiten große Mengen an Transaktionen und steuern das Kontrahentenrisiko. Systemverfügbarkeit und Stabilität sind für die Finanzmärkte unerlässlich, daher muss jede Umstellung auf neue Infrastruktur diese Funktionen ohne Unterbrechung erhalten.
Wie wirkt sich die Cloud-Übernahme auf die regulatorische Compliance für Clearinghäuser aus?
Der Einsatz von Cloud in der Marktinfrastruktur für Finanzgeschäfte muss mit regulatorischen Erwartungen in Bezug auf Datensouveränität, Resilienz und Risikomanagement übereinstimmen. Die Nutzung zertifizierter Cloud-Umgebungen wie SecNumCloud ermöglicht es Clearinghäusern, Systeme zu modernisieren und dabei Compliance sowie Kontrolle über sensible Abläufe beizubehalten.