Gate News-Meldung, 23. April — Anthropic hat bei dem US-Berufungsgericht für den District of Columbia Circuit eine Klageschrift eingereicht und erklärt, dass das Unternehmen, sobald seine KI-Modelle in Pentagon-Umgebungen eingesetzt werden, weder über Einblicksmöglichkeiten noch über technische Mittel verfügt, um die Modelle zu kontrollieren oder abzuschalten, und dass kein „Kill Switch“ existiert.
Die Klageschrift ist die neueste Entwicklung in Anthropics Streit mit dem Pentagon über eine Einstufung als „Supply-Chain-Risk“ (Risiko in der Lieferkette). Das US-Verteidigungsministerium hat Anthropic im März als Risiko in der Lieferkette eingestuft und dabei auf die angeblich unangemessene Einflussnahme des Unternehmens darauf verwiesen, wie seine Technologie in sensiblen militärischen Operationen eingesetzt wird. Der Kern der Auseinandersetzung betrifft die Nutzungsvorgaben von Anthropic: Diese verbieten, dass Claude für autonome Waffen oder Massenvideobeobachtung genutzt wird — Beschränkungen, die das Pentagon als „Vernebelung“ bezeichnet.
Der Rechtsstreit hat zu einer gespaltenen Entscheidung geführt: Ein Gericht in Washington lehnte Anthropics Antrag ab, die Kennzeichnung als Risiko in der Lieferkette auszusetzen, während ein Gericht in Kalifornien sie genehmigte. In der Praxis kann Anthropic nicht mehr auf neue Pentagon-Verträge bieten, aber andere Regierungsbehörden weiter bedienen. Unterdessen drängt die Trump-Regierung auf den Einsatz von Anthropics neuem Modell, Mythos, in zahlreichen Bundesbehörden; dabei untersuchen Beamte, wie es eingesetzt werden kann, um sich gegen Cyberangriffe zu verteidigen — eine Haltung, die im Widerspruch zu der Position des Pentagons steht, wonach Anthropic ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellt. Die nächste Anhörung ist für den 19. Mai angesetzt.
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