USA Januar PCE-Preisindex wird heute (28.) Abend veröffentlicht. Der Markt schätzt, dass die Kern-PCE-Jahresrate auf 3,1 % steigen wird, den größten Anstieg seit April 2024 und deutlich über dem Ziel der Federal Reserve von 2 %; noch wichtiger ist, dass die bisherige „milde“ Tendenz des PCE im Vergleich zum CPI zu zerfallen droht.
(Vorherige Zusammenfassung: US-Januar CPI sinkt auf 2,4 %, „Inflationsrückgang“, Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen im Juni steigt auf 51 %)
(Hintergrund: Bloomberg: Einfluss des Iran-Irak-Kriegs auf Bitcoin begrenzt, schwankt zwischen 60.000 und 70.000 USD)
Die USA veröffentlichen heute um 20:30 Uhr taiwanischer Zeit den Personal Consumption Expenditures (PCE)-Preisindex für Januar. Der Markt erwartet, dass der Gesamt-PCE um 2,9 % im Jahresvergleich steigen wird, unverändert zum Vormonat, und monatlich um 0,3 %, etwas langsamer als die 0,4 % im Vormonat.
Beim Kern-PCE wird eine leichte Beschleunigung auf 3,1 % im Jahresvergleich prognostiziert, was den größten Anstieg seit April 2024 bedeutet und das von der Federal Reserve gesetzte Inflationsziel von 2 % deutlich übertrifft.
Warum weichen die Trends von CPI und PCE bei der Inflationsmessung so stark voneinander ab? Der Schlüssel liegt in den unterschiedlichen Gewichtungsverfahren für verschiedene Güter.
Der vom US-Arbeitsministerium erstellte CPI gewichtet die Wohnkosten sehr hoch. Der „Hauptwohnsitz-Mietpreis“-Index stieg im Januar nur um 0,1 %, das niedrigste Niveau seit fünf Jahren; außerdem gewichtet der CPI auch Gebrauchtwagenpreise hoch, die derzeit drei Monate in Folge fallen, was den CPI-Wert insgesamt drückt.
Im Vergleich dazu legt der vom US-Bureau of Economic Analysis (BEA) erstellte PCE-Index mehr Wert auf bestimmte Warenkosten. Analysten von Barclays, Morgan Stanley und US Bank prognostizieren, dass im Februar die Preise für Software und Schmuck deutlich steigen, was die Inflation im PCE stärker beeinflusst als im CPI. Alle drei Institute erwarten, dass die Kernpreise im Februar um mindestens 0,8 % steigen, etwa das Zehnfache der entsprechenden CPI-Zuwächse.
Bei den beiden wichtigsten Inflationsindikatoren in den USA spielt der PCE seit langem eine „relativ milde“ Rolle, da seine Werte meist niedriger sind als die des CPI, weshalb er die bevorzugte Referenz für die Geldpolitik der Federal Reserve ist. Doch diese Gewohnheit steht nun vor einer beispiellosen Herausforderung.
Wirtschaftswissenschaftler haben die CPI-Daten, die mit dem PCE korrespondieren, sorgfältig analysiert und festgestellt, dass nicht nur die PCE-Werte im Januar besorgniserregend sind, sondern auch die Februar-Daten wahrscheinlich nicht besser aussehen werden. Einige Analysten erwarten, dass die Kern-PCE im Februar zum zweiten Mal in Folge um 0,4 % steigen wird, manche sogar noch stärker.
Besonders problematisch ist, dass diese Verschlechterung bereits vor dem Ausbruch des Iran-Irak-Kriegs auftrat. Mit anhaltenden Konflikten steigen die Kosten für Energie und Düngemittel erheblich, und die Auswirkungen auf die Inflation sind noch nicht vollständig in den aktuellen Daten reflektiert.
Bitcoin fiel zu Beginn des Iran-Irak-Kriegs vorübergehend auf etwa 63.000 USD, erholte sich dann auf rund 70.100 USD, während die Unsicherheit im makroökonomischen Umfeld weiterhin hoch ist.
Für die Federal Reserve bedeutet ein hoher Kern-PCE, dass die Bedingungen für eine Zinssenkung im Juni sich verschlechtern. Obwohl nach der Veröffentlichung der CPI-Daten im Januar die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni auf 51 % stieg, könnte eine starke PCE-Datenlage heute Abend die Argumente für eine Beibehaltung der Zinsen stärken und die Erwartungen an eine Zinssenkung neu bewerten lassen.