
Der amerikanische Präsident Trump kündigte am 8. März auf Truth Social an, dass er vor der Verabschiedung des „Save Act“ (SAVE Act) in der stärksten Form jegliches Gesetzesunterzeichnung verweigern werde. Diese Erklärung schränkte direkt den bereits ins Stocken geratenen Fortschritt des „Clarity Act“ (CLARITY Act) ein.
Das SAVE-Gesetz fordert bei der Wählerregistrierung einen Nachweis der Staatsbürgerschaft und ist ein Kernthema der Wahlreform der Trump-Regierung. Die Verabschiedung im Repräsentantenhaus erfolgte vollständig parteiisch, doch im Senat besteht bei fehlender parteiübergreifender Unterstützung noch eine deutliche Kluft, um die erforderlichen 60 Stimmen für eine Blockade zu erreichen.
Trumps harte Haltung „Verabschiede das SAVE-Gesetz zuerst, sonst unterschreibe ich alles nicht“ führt im Senate, wo legislative Ressourcen begrenzt sind, zu einer direkten Blockade. Wie der bekannte Nutzer Chad Steingraber auf X (ehemals Twitter) anmerkt: „Der Senat muss zuerst das SAVE-Gesetz behandeln, bevor wir das CLARITY-Gesetz vorantreiben können. Aber unsere Zeit läuft ab.“
Selbst ohne externe Einflüsse des SAVE-Gesetzes steht das CLARITY-Gesetz vor zwei zentralen Hindernissen:
Der Kernstreitpunkt beim CLARITY-Gesetz betrifft, ob Krypto-Plattformen Stablecoins Zinsen in Form von Belohnungen gewähren dürfen. Die Gegner, vor allem Finanzinstitute, argumentieren:
Jamie Dimon, CEO von JPMorgan: Gewinnbringende Stablecoins würden die Abwanderung von Einlagen bei Geschäftsbanken verschärfen, unterstützt durch die Bank Policy Research Group.
Brian Moynihan, CEO der Bank of America: Warnte, dass solche Produkte zu einem Verlust von 30 % bis 35 % der Bankeinlagen führen könnten.
Analyse des US-Finanzministeriums: Das Risiko einer potenziellen Exponierung von bis zu 6,6 Billionen US-Dollar macht die Gewinnregelung für Stablecoins zu einem hochsensiblen Thema für die systemische Finanzstabilität.
Das CLARITY-Gesetz wurde im Juli 2025 im Repräsentantenhaus mit 294 zu 134 parteiübergreifend verabschiedet und anschließend im Banking Committee des Senats auf Eis gelegt. Die ursprünglich für den 15. Januar 2026 geplante Anhörung wurde aufgrund des Rückzugs wichtiger Branchenakteure wie Coinbase bezüglich der Stablecoin-Klausel auf unbestimmte Zeit verschoben. Das vom Weißen Haus gesetzte Ultimum am 1. März ist verstrichen, ohne dass eine Entscheidung getroffen wurde.
(Quelle: Polymarket)
Das Banking Committee des Senats plant, die Anhörungen Mitte bis Ende März wieder aufzunehmen, mit Verhandlungen, die bis April andauern könnten. Falls der Kampf um das SAVE-Gesetz anhält, könnte die Regulierung von Kryptowährungen auf die mittlere Wahlperiode 2026 verschoben werden.
Polymarket schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass das CLARITY-Gesetz 2026 verabschiedet wird, auf 70 %, was auf eine langfristige Optimismus trotz kurzfristiger Blockaden hindeutet. Analysten bei JPMorgan betonen, dass ein Gesetzesbeschluss ein bedeutender positiver Katalysator für den Kryptomarkt sein könnte und wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 umgesetzt wird.
Sollte der legislative Weg blockiert bleiben, könnten die US-Börsenaufsicht SEC und das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) durch Durchsetzungsmaßnahmen die regulatorische Lücke schließen – kürzlich veröffentlichte die OCC eine 376 Seiten lange Entwurfsregel, was zeigt, dass die Regulierungsbehörden bereits auf Durchsetzung vorbereitet sind.
Trump kündigte an, vor der Verabschiedung des SAVE-Gesetzes keine Gesetze zu unterzeichnen, was die bereits begrenzten legislativen Ressourcen des Senats direkt konkurrieren lässt. Da die Chance, dass das SAVE-Gesetz im Senat passiert, nur bei 18 % liegt, könnte ein langwieriger Machtkampf die Bearbeitungszeit für das CLARITY-Gesetz weiter einschränken oder sogar auf die mittlere Wahlperiode verschieben.
Der zentrale Streitpunkt ist, ob Krypto-Plattformen Stablecoins Zinsen in Form von Belohnungen gewähren dürfen. Banken (einschließlich JPMorgan und Bank of America) sehen darin eine Bedrohung für die Einlagenabflüsse. Das US-Finanzministerium schätzt das potenzielle Risiko auf fast 6,6 Billionen US-Dollar. Diese Differenzen sind die Hauptursache für das Stillstand des CLARITY-Gesetzes im Senat.
SEC und OCC könnten durch Durchsetzungsmaßnahmen anstelle von Gesetzgebung die regulatorische Lücke schließen. Die OCC hat bereits eine 376-seitige Entwurfsregel zu den Belohnungsklauseln veröffentlicht. Das bedeutet, dass die Branche mit einer durchsetzungsorientierten Regulierung ohne klare gesetzliche Rahmenbedingungen konfrontiert ist, was langfristig die Bereitschaft der Institutionen zur Kapitalzufuhr beeinträchtigen könnte.