Die Fair-Trade-Kommission Südkoreas veröffentlichte am 15. April ihren Franchise-Business-Statusbericht 2025 und deckte dabei eine deutliche strukturelle Lücke auf dem Markt der Kaffeefranchises auf: Die Marke mit den meisten Filialen erzielt nicht den höchsten durchschnittlichen Umsatz pro Standort. Mega Coffee führt mit 3.325 franchisierten Einheiten, doch Twosome Place gehört bei der durchschnittlichen Umsatzhöhe pro Filiale zu den Top-Performern, obwohl es nur 1.510 Standorte betreibt. Diese Diskrepanz spiegelt grundlegende Unterschiede in Filialformat, Standortstrategie und Geschäftsmodell zwischen budgetorientierten und Premium-Kaffeemarken wider.
Laut dem FTC-Bericht belegen die 3.325 Filialen von Mega Coffee den ersten Platz bei der Filialanzahl, gefolgt von Compose Coffee (2.649 Einheiten), Ediya Coffee (2.562 Einheiten), Bae-dda-bang (1.712 Einheiten) und Twosome Place (1.510 Einheiten). Wenn man jedoch nach durchschnittlichem Umsatz pro franchisiertem Standort sortiert, verschiebt sich die Rangordnung drastisch. Twosome Place taucht in der oberen Liga auf, zusammen mit About Coffee und Pascucci, während Mega Coffee, Compose Coffee und Bae-dda-bang – die drei Führenden bei der Anzahl der Filialen – nicht zu den höchstperformenden Marken nach Pro-Filiale-Umsatzkennzahlen gehören.
Franchise-Marken in Seoul sind über verschiedene Filialformate und Standorte hinweg aktiv und spiegeln damit ihre jeweiligen Strategien zur Positionierung im Markt wider.
Branchenanalysten führen die Abweichung zwischen Filialanzahl und Umsatz darauf zurück, dass es grundlegende Unterschiede in den Franchise-Betriebsmodellen gibt. Premium-Marken wie Starbucks und Twosome Place betreiben größere Standortformate, die darauf ausgelegt sind, „längeres Verweilen“ zu fördern – also dass Kunden längere Zeit im Laden verbringen, mit Sitzplätzen, Atmosphäre und sozialen Zwecken. Im Gegensatz dazu setzen budgetorientierte Kaffeefirmen auf schnelles Wachstum durch kleine, auf Mitnahme ausgerichtete Standorte. Diese strukturellen Unterschiede wirken sich direkt auf die Umsatzgenerierung aus: Verweildatenbasierte Modelle sammeln Umsatz durch längere Aufenthalte der Kunden, während Takeout-Modelle auf Transaktionsvolumen und Geschwindigkeit angewiesen sind.
Ein Brancheninsider im Franchise-Bereich erklärte: „Der Umsatz wird aus dem Gesamtumsatz berechnet, nicht aus dem Gewinn; deshalb entstehen Unterschiede je nach Filialgröße und Umsatzstruktur. Wenn zusätzliche Umsatzbestandteile wie Desserts und größere Ladenflächen berücksichtigt werden, verändert sich der durchschnittliche Umsatz pro Standort erheblich.“
Die Menüstrategie verstärkt die Umsatzlücke zwischen den Franchise-Stufen. Twosome Place erzielt erhebliche Umsätze mit margenstarken Produkten jenseits von Kaffee – einschließlich Kuchen, Desserts und Gebäck –, was die durchschnittlichen Kundenausgaben pro Transaktion erhöht. Budgetorientierte Marken wie Mega Coffee und Compose Coffee konzentrieren sich auf ein einziges Kategoriensegment, also menüzentrierte Kaffeemenüs, was zu niedrigeren durchschnittlichen Transaktionswerten führt. Dieser Menüunterschied ist strukturell: Premium-Formate können größere Locations und Sitzplätze durch ein breiteres Angebot rechtfertigen, während Budget-Formate für schnelle Kaffeesales mit minimalen Gemeinkosten optimieren.
Der Franchise-Insider bemerkte: „Budget-Kaffeemarken betreiben vor allem kleine Takeout-Standorte mit vergleichsweise geringeren durchschnittlichen Kundenausgaben. Umsatzlücken entstehen nach Standort des Geschäfts, den lokalen Marktbedingungen und dem operativen Ansatz.“
Eine zweite Analyseebene betrifft die Kapitalstrukturen, die die Franchise-Expansion antreiben. Mega Coffee und Compose Coffee werden beide von Private-Equity-Unternehmen gehalten oder unterstützt – Kapitalstrukturen, die die Expansionsanreize grundlegend umgestalten. Ownership durch Private Equity stellt das Priorisieren von schnellem Wachstum der Assets und steigenden Unternehmensbewertungen in den Mittelpunkt, oft gemessen an der Expansion der Filialanzahl. Compose Coffee wurde von dem auf den Philippinen ansässigen Unternehmen Jollibee und dem koreanischen Private-Equity-Unternehmen Elevation PE übernommen; Mega Coffee wird von Private-Equity-Investoren gehalten.
Das schnelle Wachstum von Compose Coffee zeigt sich in Werbung in den Geschäftsvierteln Seouls und spiegelt damit das beschleunigte Filialwachstum wider, das für von Private Equity unterstützte Franchise-Modelle typisch ist.
Unter Private-Equity-Eigentum verschiebt sich das Expansionsmodell die Anreize: Neue Filialeröffnungen werden zu einem direkten Einnahmestrom für das Mutterunternehmen über Franchisenehmergebühren, Logistikerlöse und Liefervereinbarungen. Dadurch wird die Expansion der Filialanzahl selbst zu einer finanziellen Kennzahl, die direkt an die Unternehmensleistung und die Renditen der Investoren gekoppelt ist. Das erzeugt strukturellen Druck, neue Eröffnungen zu maximieren – unabhängig davon, ob der lokale Markt bereits gesättigt ist oder ob die Franchisenehmer profitabel sind. Branchenquellen halten fest, dass „von Private Equity gestützte Franchises wie Mega Coffee und Compose Coffee dazu neigen, anhand ihrer Kapitalstruktur die schnelle Expansion in den Vordergrund zu stellen, wodurch die Geschwindigkeit neuer Eröffnungen steigt, um das Wachstum der Unternehmensbewertung voranzutreiben.“
Branchenanalysten äußern die Sorge, dass eine schnelle Expansion eine gründliche Standortanalyse überholen könnte. Ein Franchise-Insider warnte: „In manchen Fällen hat der Ausbau der Filialen Priorität gegenüber Standort- und Marktanalyse. Obwohl das schnelle Wachstum nach außen beeindruckend wirkt, kann die Umsatzspanne je Filiale erheblich sein.“ Das führt zu einer strukturellen Fehlanpassung: Während das Mutterunternehmen die Filialanzahl ausbaut und entsprechende Franchisegebühren sowie Logistikerlöse sichert, können einzelne Franchisenehmer Standorte betreiben, die weniger Umsatz als im Durchschnitt erzielen.
Das Ergebnis ist eine wachsende Einkommenslücke zwischen den Franchisenehmern. Wie ein Branchenbeobachter erklärte: „Wenn die Filialanzahl steigt, sichert sich das Mutterunternehmen Einnahmen über Franchisenehmergebühren und Logistikerlöse. Allerdings können weniger leistungsfähige Filialstandorte für Franchisenehmer nicht genug Umsatz generieren. Es entsteht eine Lücke zwischen dem Ausbau der Filialanzahl auf Unternehmensebene und der tatsächlichen Profitabilität der Franchisenehmer.“
Diese strukturelle Spannung – schnelle Expansion auf Konzernebene versus finanzielle Leistungsfähigkeit der Franchisenehmer – spiegelt eine grundlegende Fehlanpassung im Franchise-Modell wider, wenn es durch Private-Equity-Kapital angetrieben wird, das schnelle Renditen sucht. Die Filialanzahl wird zur wichtigsten Wachstumskennzahl für die Unternehmensbewertung, während die einzelnen Franchisenehmer das Risiko tragen, in unzureichend validierten Standorten zu operieren.
F: Warum generiert das Kaffeefranchise mit den meisten Filialen nicht den höchsten durchschnittlichen Umsatz pro Standort?
Filialanzahl und Pro-Filiale-Umsatz werden durch unterschiedliche Geschäftsmodelle bestimmt. Budgetorientierte Marken wie Mega Coffee expandieren schnell über kleine Takeout-Standorte mit geringeren Ausgaben pro Transaktion, während Premium-Marken wie Twosome Place größere Formate mit Menüvielfalt und Verweildauer-Umsatz betreiben und dadurch trotz weniger Standorte höhere durchschnittliche Verkäufe pro Filiale erzielen.
F: Wie beeinflusst Private-Equity-Eigentum die Franchise-Expansionsstrategie?
Private-Equity-Unternehmen priorisieren eine schnelle Expansion, um die Unternehmensbewertung und die Renditen der Investoren zu erhöhen. Neue Filialöffnungen erzeugen direkte Einnahmen durch Franchisenehmergebühren und Logistikerlöse und schaffen damit strukturelle Anreize, die Filialanzahl zu maximieren – unabhängig von der individuellen Profitabilität der Franchisenehmer. Das unterscheidet sich von traditionell geführten Franchises, die möglicherweise eher die Profitabilität pro Filiale als die Expansionsgeschwindigkeit in den Vordergrund stellen.
F: Welche Risiken haben Franchisenehmer bei rasch expandierenden Budget-Kaffeemarken?
Eine schnelle Expansion ohne gründliche Standortanalyse kann zu Überversorgung und unterperformenden Filialen führen. Während die Mutterunternehmen Einnahmen über Franchisegebühren sichern, unabhängig von der Leistung der Filialen, könnten Franchisenehmer, die an unzureichend validierten Standorten operieren, mit zu wenig Verkauf konfrontiert sein, um die Betriebskosten zu decken – was zu Einkommensungleichheit im gesamten Franchise-Netzwerk führt.