
NTT (Nippon Telegraph and Telephone) gab am 12. Mai bekannt, dass es erfolgreich die weltweit erste „Illusionsmethode-Technologie“ entwickelt hat. Damit können Nutzer ohne das Tragen spezieller haptischer Geräte allein anhand visueller Informationen die Weichheit und Viskosität entfernter Objekte spüren. Das technische Prinzip lautet: Das System erfasst per Smartphone- oder PC-Kamera Handbewegungen und zeigt synchron auf dem Bildschirm die entsprechenden Verformungsbilder virtueller Objekte an, sodass im Gehirn eine Tastsinn-Illusion entsteht.
Drei Kernpunkte der von NTT bestätigten Technologie
NTT erläutert in einem offiziellen Artikel drei zentrale Mechanismen. Zuerst die Weichheitssteuerung: Das Forschungsteam steuert den Wahrnehmungseindruck von Weichheit, indem es den räumlichen Verformungsbereich kontrolliert, der auftritt, wenn das virtuelle Objekt gedrückt wird. In Experimenten wurde bestätigt, dass ein räumlicher Verformungsbereich von etwa 16 bis 32 Pixeln die weichste Wirkung der visuellen Täuschung erzeugt.
Als Nächstes die Viskositätssteuerung: Durch die Steuerung der Entfernung, um die das virtuelle Objekt beim Bewegen mit dem Finger bis zum Bruch gestreckt wird, wird das Gefühl von Viskosität beeinflusst. Sowohl Labortests als auch Online-Tests haben bestätigt: Je weiter das virtuelle Objekt gedehnt wird, desto stärker empfinden Nutzer die Viskosität.
Der dritte Punkt ist das Tracking von Handbewegungen in Echtzeit: Das System berechnet anhand der von der Kamera erfassten Handtrajektorien augenblicklich die Verformungsparameter und zeigt sie synchron an. Nutzer müssen keine zusätzlichen Geräte tragen und können beim Bedienen virtueller Objekte gleichzeitig eine realistische Rückmeldung in Bezug auf die Haptik erhalten.
Bestätigte Reaktionen der japanischen Community
Nachdem NTT-Technologie von japanischen Fernsehsendern berichtet wurde, löste sie in den sozialen Medien eine große Diskussion aus. Die allgemeine Richtung geht dahin, die Eigenschaften „Weichheit“ und „Viskosität“ der Technik mit Anwendungen im Bereich von Erwachsenenunterhaltung zu verknüpfen. Zu den Kommentaren der Nutzer gehört „Der Mensch geht wieder in eine Richtung, die ziemlich... ähem... sexuell ist“; jemand schlug „FANZA (japanische Adult-Video-Plattform) + VR + NTT = Weltfrieden“ als Formel-Kommentar vor; und einige Nutzer scherzten, dass es die offizielle Stelle doch eigentlich mit „Berührung“ zusammenfassen könnte, stattdessen jedoch die beiden Begriffe „Weichheit“ und „Viskosität“ gewählt habe. Ein Teil der Nutzer sagte wiederum, man erkenne den wissenschaftlichen Forschungswert der Technologie an, doch die Entwicklung im Kommentarbereich lasse einen trotzdem schmunzeln.
Häufige Fragen
Welche wissenschaftlichen Fragen hat NTT mit der Technologie gelöst, die bislang noch unbeantwortet waren?
Bisher wusste man zwar bereits, dass Menschen die Weichheit von Objekten über die Sicht beurteilen können, jedoch gibt es wissenschaftlich noch keine vollständige Antwort darauf, welche konkreten visuellen Parameter die Wahrnehmung von Qualität systematisch bestimmen. NTT hat die konkreten visuellen Parameter herausgefunden, mit denen sich die Weichheit (16–32 Pixel räumlicher Verformungsbereich) und die Viskosität (Streckdistanz bis zum Bruch) über berührungslose Übertragung vermitteln lassen.
Welche Anwendungsszenarien erwartet NTT offiziell?
NTT konzentriert sich bei den Anwendungsaussichten auf drei Bereiche: E-Commerce (damit Verbraucher die Haptik von Produkten einschätzen können), Ferngespräche/Remote-Kommunikation (Vermittlung von Informationen zur Haptik) sowie Bildung und Training (Simulation des Erlebnisses bei praktischer Bedienung der Haptik).
Welche Ausrüstung benötigen Nutzer, um diese Technologie zu verwenden?
Laut NTT-Angaben ist es nicht erforderlich, zusätzlich irgendetwas Spezielles zu kaufen oder spezielle haptische Geräte zu tragen. Es reicht, dass ein gewöhnliches Smartphone oder ein PC mit einer normalen Kamera vorhanden ist.