Stavro D’Amore, ein ehemaliger Direktor des inzwischen aufgelösten CFD-Brokers Berndale, hat in einem australischen Gericht mehrere Schuldeinsätze wegen Unehrlichkeit zugegeben und sich schuldig bekannt. Er räumte die illegale Übertragung von mehr als 681.000 AU-Dollar (ungefähr 490.000 US-Dollar) an Unternehmensmitteln ein, die hauptsächlich aus Kundeneinlagen bestanden. Die missbräuchliche Verwendung fand zwischen 2017 und 2018 statt, während Berndale seine Geschäfte abwickelte, nachdem es zu erheblicher Aufsicht durch die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) gekommen war.
D’Amore bekannte sich zu drei zentralen Anklagepunkten schuldig: unehrliche Nutzung seiner Position als Direktor von Berndale, unehrliches Verhalten im Finanzdienstleistungsbereich sowie das Billigen falscher und irreführender Aussagen gegenüber Aufsichtsbehörden. Sein Schuldbekenntnis folgt auf einen langwierigen Rechtsstreit, wobei die Anklage im Juni 2023 formell erhoben wurde.
Berndale, ein Contract-for-Difference-(CFD)-Broker, stellte den Betrieb ein, nachdem die ASIC im November 2018 ihre australische Financial-Services-(AFS)-Lizenz widerrufen hatte. Der Entschluss folgte mehreren gravierenden Compliance-Versäumnissen, darunter unzureichenden Risikomanagement-Kontrollen und Verstößen gegen Berichtspflichten. Die Untersuchung der ASIC deckte unsachgemäße finanzielle Praktiken auf, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Kundengeldern.
Nach dem Lizenzentzug gerieten sowohl D’Amore als auch der Mitdirektor Daniel Kirby in gerichtliche Verfahren. Die ASIC verbannte D’Amore daraufhin für sechs Jahre von der Erbringung jeglicher Finanzdienstleistungen, da Bedenken bestanden, dass er die gesetzlichen Standards in der Finanzbranche einhalten könne.
Laut den Anklagepunkten überwies D’Amore 681.000 AU-Dollar von den Konten von Berndale auf seine privaten Konten und missbrauchte dabei Gelder, die von Kunden für Handelszwecke eingezahlt worden waren. Diese Transaktionen wurden ohne Wissen oder Zustimmung der Kunden vorgenommen. Der Fall zeigt schwere Verstöße gegen Treuepflichten im Finanzdienstleistungsbereich. Bei einer Verurteilung droht D’Amore für jeden der Anklagepunkte eine Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis sowie erhebliche Geldstrafen.
Der Zusammenbruch von Berndale hat verheerende finanzielle Folgen für die Kunden gehabt. Obwohl 2019 Liquidatoren bestellt wurden, sind die Bemühungen zur Rückgewinnung von Kundengeldern langsam und weitgehend erfolglos geblieben. Berichten zufolge werden Kunden, die ihr Geld Berndale zum Handel anvertraut hatten, immer noch bis zu 8,9 Millionen AU-Dollar (ungefähr 6,5 Millionen US-Dollar) geschuldet. Während die aufsichtsrechtlichen Maßnahmen der ASIC gegen D’Amore und das Unternehmen halfen, die betrügerischen Aktivitäten des Firmengeflechts offenzulegen, bleibt die Rückerstattung der verlorenen Einlagen ungewiss.
Der Fall Berndale ist Teil eines größeren Trends hin zu verstärkter regulatorischer Kontrolle in den CFD- und außerbörslichen (OTC)-Derivatemärkten. Die aggressive Haltung der ASIC gegenüber Finanzunternehmen, die nicht dafür sorgen, dass Kundengelder geschützt werden, ist in den vergangenen Jahren deutlicher geworden, insbesondere nach den Reformen von 2017 zur Verschärfung der Regeln für CFD-Broker. Nach dem Fall Berndale wurden auch andere CFD-Broker mit ähnlichen Untersuchungen konfrontiert, von denen einige sanktioniert wurden oder deren Lizenzen entzogen bekamen.
D’Amore ist für die Verurteilung im Juli 2026 angesetzt. Der Fall hat aufgrund seiner Auswirkungen auf die Finanzregulierung und die Unternehmensführung erheblich Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das Strafmaß wird die volle Tragweite der rechtlichen Sanktionen bestimmen, mit denen er konfrontiert ist.