
Original Penguin Bekleidungsmarke hinter der Lizenzfirma PEI Licensing hat am Mittwoch vor dem Bundesgericht in Florida eine Klage gegen Pudgy Penguins eingereicht, in der sie Markenrechtsverletzung, Markenverwässerung und unlauteren Wettbewerb vorwirft, wobei die Angriffe direkt auf die Bekleidungslinie von Pudgy Penguins zielen.
(Quelle: CourtListener)
Die Klageschrift von PEI Licensing offenbart den vollständigen rechtlichen Kontext des Falls. Bereits im Oktober 2023 hatte PEI Pudgy Penguins eine Unterlassungsaufforderung geschickt, in der sie forderten, dass Pudgy Penguins mehrere Pinguin-Markenanmeldungen beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) aufgibt. Da keine Reaktion erfolgte, wurde die Klage schließlich eingereicht.
PEI stellt in der Klage vier konkrete Forderungen:
Ablehnung beim USPTO: Das Gericht soll anordnen, alle Pinguin-bezogenen Markenanmeldungen von Pudgy Penguins beim USPTO abzulehnen
Einstweilige Verfügung: Pudgy Penguins daran hindern, die beanstandeten Marken weiterhin für Bekleidung und verwandte Geschäfte zu verwenden
Produktvernichtung: Alle bestehenden Lagerbestände an Produkten, die mit den Marken in Verbindung gebracht werden könnten, vernichten lassen
Gewinnrückgabe: Pudgy Penguins soll alle Gewinne aus dem Verkauf dieser Produkte abtreten
In der Klageschrift verwendet PEI eine harte Tonart und behauptet, Pudgy Penguins habe „PEI’s wertvolle Eigentumsrechte gestohlen“ und legt dem Gericht Vergleichsbilder der Bekleidungsprodukte vor, die als Kernbeweis dienen.
Jennifer McGlone, Rechtssprecherin von Pudgy Penguins, sagte gegenüber Cointelegraph, das Unternehmen sei „über diese Maßnahme überrascht, zumal beide Seiten zuvor produktive private Verhandlungen geführt hatten“. Sie betonte, dass die Marken von Pudgy Penguins „visuell völlig unterschiedlich sind, für ganz andere Zielgruppen und Märkte bestimmt“ und zeigte sich zuversichtlich, dass PEI’s Ansprüche unbegründet seien.
McGlone fügte hinzu, dass Pudgy Penguins bereits mehrere Anmeldungen beim USPTO erhalten habe, die die Marke und verwandte Marken abdecken, was ihrer Ansicht nach die Vorwürfe der Markenverletzung stark widerlegen könne. Das offizielle X-Konto von Pudgy Penguins postete zudem ein Meme, das andeutet, dass zwischen den beiden Marken keine Ähnlichkeiten bestehen.
Der Fall zeigt die strukturellen rechtlichen Herausforderungen auf, denen NFT-Projekte bei der Expansion in den Konsumgütermarkt begegnen. Pudgy Penguins hat in den letzten Jahren aktiv in den Markt für physische Spielzeuge, Bekleidung und andere Konsumgüter investiert, um den Markenwert digitaler Assets in traditionelle Geschäftsmodelle umzuwandeln. Diese Strategie bringt sie jedoch unweigerlich in den Bereich des Markenschutzes etablierter Marken.
PEI’s Klage ist eine klare Warnung für NFT-Projekte, die in den Bereich des Markenschutzes traditioneller Bekleidungsmarken vordringen – selbst wenn die Zielmärkte, Zielgruppen und Positionierungen deutlich unterschiedlich sind, kann visuelle Verwechslungsgefahr zu rechtlichen Konflikten führen.
PEI Licensing’s Original Penguin ist eine traditionelle Bekleidungsmarke, deren Pinguin-Logo hauptsächlich für Erwachsenen-Casualwear verwendet wird und seit über 68 Jahren im Geschäft ist. Pudgy Penguins’ Marke stammt aus einem NFT-Kunstprojekt, richtet sich an die Krypto-Community und expandiert in Spielzeug und Trendkonsumgüter. Während Pudgy Penguins behauptet, die Marken seien „visuell völlig unterschiedlich“, wird das Gericht letztlich anhand der Ähnlichkeit der Marken und der Verwechslungsgefahr im Markt entscheiden.
Die vorläufige Genehmigung durch das USPTO bedeutet, dass die Prüfer die Anmeldung grundsätzlich für zulässig halten. Das schließt jedoch nicht aus, dass Dritte im Gericht eine Verletzung oder Verwässerung der Marke geltend machen können. In Markenrechtsstreitigkeiten hat das Bundesgericht die unabhängige Entscheidungsbefugnis, auch bei genehmigten Anmeldungen eine Verletzung oder Verwässerung festzustellen.
Der Fall zeigt deutlich, dass NFT-Projekte bei der Expansion in den traditionellen Konsumgütermarkt eine umfassende Markenrechtsprüfung vorab durchführen müssen. Selbst wenn die NFT-Marke im digitalen Bereich bekannt ist, kann der Eintritt in Märkte für Bekleidung, Spielzeug und andere physische Produkte, die bereits durch etablierte Marken geschützt sind, zu Markenrechtsstreitigkeiten führen.