Südkoreanische börsennotierte Unternehmen müssen ihre Offenlegungssysteme im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen reformieren, um das Problem der Unterbewertung zu lösen. Dies basiert auf der Forderung, die Treuepflicht des Vorstands gegenüber den Aktionären zu stärken und durch Offenlegungen transparentere Entscheidungen zu fördern.
Das derzeitige Gesetz über Kapitalmärkte und die zugehörige Durchführungsverordnung verpflichten den Vorstand nur zur Offenlegung bei “beschlossenen Beschlüssen”. Daher fehlt es an einer Grundlage, um auch bei abgelehnten Übernahmeangeboten diese offenzulegen. Dies führt zu einer Praxis, bei der inoffizielle Transaktionen um Großaktionäre zentriert bleiben, was die Interessen aller Aktionäre schädigt. Tatsächlich sind in Südkorea 69 % der an der Kosdaq gelisteten Unternehmen mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) unter 1,0 unterbewertet, wobei 40 % sogar einen KBV unter 0,5 aufweisen und somit als “stark unterbewertet” gelten.
Der Vertreter des Korea Economic Research Institute, Lee Yong-woo, betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, das Offenlegungssystem zu reformieren, und wies darauf hin, dass Übernahmevorschläge, die auf eine Änderung der Geschäftsführung abzielen, in die Berichterstattung über bedeutende Angelegenheiten aufgenommen werden sollten. Er schlug außerdem vor, die Kriterien für “ernsthafte Übernahmevorschläge” sowie die Offenlegungspflichten zu konkretisieren und Unternehmen verpflichtend aufzufordern, ihre offizielle Stellungnahme zu öffentlich angekündigten Übernahmen, die auf eine Änderung der Geschäftsführung abzielen, abzugeben.
Weltweit, insbesondere in entwickelten Ländern wie den USA und Japan, müssen Vorstände bei Übernahmeangeboten an unterbewertete börsennotierte Unternehmen eine sorgfältige Prüfung vornehmen und diese Offenlegung unbedingt vornehmen. Seit der Veröffentlichung der “Unternehmensübernahmerichtlinien” durch das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie im Jahr 2023 hat sich der Übernahmemarkt dynamisch entwickelt, was zu einer Verringerung der Zahl unterbewerteter Unternehmen geführt hat.
Auch in unserem Land ist es notwendig, diese fortschrittlichen Beispiele zu berücksichtigen, die Offenlegungssysteme für Übernahmevorschläge zu reformieren und die Verantwortlichkeit des Vorstands zu erhöhen. Dies wird entscheidend sein, um das Problem der Unterbewertung durch den Schutz der Aktionärswerte und die Wiederherstellung des Marktvertrauens zu lösen. Wenn das Offenlegungssystem in Zukunft reformiert wird, ist zu erwarten, dass dies auch auf dem koreanischen Aktienmarkt positive Effekte hinsichtlich erhöhter Transparenz und Aktionärswertschöpfung haben wird.