Aave Ökosystem-Beitrag Organisation ACI Gründer Marc Zeller veröffentlicht einen öffentlichen Bericht, der offenlegt, dass Aave Labs seit 2017 insgesamt etwa 86 Millionen US-Dollar an Kapital unterstützt hat. Abgesehen vom Kernkreditprotokoll sind alle sechs unabhängigen Produkte, die sie auf den Markt brachten, gescheitert oder haben keinen Gewinn erzielt. Besonders hervorzuheben ist das RWA-Projekt Horizon, bei dem das Verhältnis von Einsatz zu Ertrag bei 24:1 liegt.
(Vorheriger Kontext: Bitwise-CEO: DeFi kann Krypto aus der Winterzeit führen, Aave macht jährlich über eine Milliarde! Michael Saylor bestätigt auch die „Krypto-Winter“-These)
(Hintergrund: Aave übertrifft Klarna, DEX nähert sich Broker! Erster Vergleichsbericht zwischen traditioneller Finanzwelt und DeFi veröffentlicht)
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Wenn ein DeFi-Protokoll jährlich über 100 Millionen US-Dollar an Einnahmen erzielt, beginnt die Community zu fragen: „Wohin ist das Geld geflossen?“ Aave steht vor diesem peinlichen Problem. Der kürzlich veröffentlichte, detaillierte Bericht von ACI-Gründer Marc Zeller legt die Kapitalflüsse und Produktleistungen von Aave Labs in den letzten acht Jahren offen – die Zahlen sind kaum schmeichelhaft.
Der Bericht zeigt, dass Aave Labs seit 2017 rund 86 Millionen US-Dollar an Kapital erhalten hat, verteilt auf drei Hauptquellen:
Bemerkenswert ist, dass Labs vor Erhalt der DAO-Mittel bereits eine Kapitalbasis von etwa 48,7 Millionen US-Dollar aufgebaut hatte. Mit anderen Worten: Labs ist kein „Null-startendes, community-abhängiges Team“, sondern eine finanziell gut ausgestattete Organisation, die dennoch weiterhin Gelder von der DAO fordert. Aktuell beantragt Labs im Rahmen des „Aave Will Win“-Vorschlags weitere 51 Millionen US-Dollar.
Der schädlichste Teil des Berichts betrifft die Leistungsbilanz der Labs-Produkte. Zeller weist darauf hin, dass außer dem Kernkreditprotokoll von Aave alle sechs unabhängigen Produkte, die Labs in den letzten Jahren auf den Markt brachte, gescheitert sind oder keine nachhaltigen Gewinne erzielten.
Das bedeutet, dass die DAO-Finanzierungen kein „Innovationsmotor“ sind, sondern eher eine Unterstützung für ein Team, das neben der Pflege des Kernprotokolls noch keine eigenständigen Wertschöpfungen nachweisen kann. Für eine Organisation, die insgesamt 86 Millionen US-Dollar an Kapital erhalten hat, ist diese Produktbilanz eindeutig ungenügend.
Der Bericht analysiert besonders scharf das RWA-Projekt Horizon. Dieses behauptete einst, eine Größe von über 1 Milliarde US-Dollar erreicht zu haben. Zeller enthüllt jedoch, dass die tatsächliche RWA-Hypothekensumme nur etwa 135 Millionen US-Dollar beträgt, stark konzentriert auf einzelne Vermögenswerte. Das steht im krassen Gegensatz zu den öffentlichen Ankündigungen und birgt zudem Konzentrationsrisiken.
Noch gravierender ist das Verhältnis von Einsatz zu Ertrag. Seit dem Start im August 2025 hat Horizon für die DAO insgesamt nur ca. 216.000 US-Dollar an Einnahmen generiert, während Incentives und Kosten bei rund 5,25 Millionen US-Dollar liegen – ein Verhältnis von 24:1. Mit anderen Worten: Für jeden Dollar, den die DAO investiert, erhält sie nur einen Dollar zurück.
Der Bericht zeigt auch eine oft übersehene Tatsache: Die ursprünglichen Kernentwickler von Aave V1, V2 und V3.0 haben zwischen 2021 und 2022 das Labs-Team verlassen. V3.0 gilt als das letzte große Protokoll, das unter der Leitung von Labs stand. Seitdem werden Weiterentwicklungen hauptsächlich von DAO-Dienstleistern vorangetrieben.
Dies wirft eine fundamentale Frage auf: Wenn die Entwicklung des Kernprotokolls nicht mehr von Labs gesteuert wird, warum fließen weiterhin Gelder an Labs? Wie viel davon fließt tatsächlich in die technische Weiterentwicklung des Protokolls?
Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass bei den entsprechenden Governance-Abstimmungen eine einzelne große Adresse entscheidend für die Zustimmung zum Horizon-Vorschlag war. Das bedeutet, dass die Entscheidungsgewalt über die Mittelverteilung de facto bei wenigen großen „Walen“ liegt. Unter dem Deckmantel der Dezentralisierung ist die Realität hochgradig zentralisiert.
Diese Kontroverse fällt genau in die Phase der aktuellen Diskussion um den Antrag auf weitere 17,5 Millionen US-Dollar für Produktwachstum. Die Community diskutiert intensiv über Mittelverteilung, Leistungsberichte und Governance-Transparenz. Der Bericht liefert eine „Daten-basierte“ Argumentationsgrundlage, die unweigerlich zu Kritik und Forderungen nach mehr Transparenz führen wird. Man darf gespannt sein.
Für Aave ist die eigentliche Herausforderung nicht, ob das Protokoll weiterhin Geld verdient – die Profitabilität des Protokolls ist unstrittig – sondern ob die DAO eine wirksame Verantwortlichkeit etabliert, um sicherzustellen, dass jede Investition sinnvoll eingesetzt wird.
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