IBM ist gestern (23.2.) um 13 % gefallen und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit Oktober 2000. Die Marktreaktion wurde hauptsächlich durch die Ankündigung des KI-Startups Anthropic ausgelöst, das ein Programmierwerkzeug namens Claude Code vorstellte. Dieses Tool behauptet, die Automatisierung und Modernisierung von COBOL-Programmiersprachen effektiv zu unterstützen, was Befürchtungen hinsichtlich der Zukunft des traditionellen Mainframe-Geschäfts auslöste.
Anthropic Claude Code zielt auf IBM COBOL ab
Das neu eingeführte Tool Claude Code von Anthropic soll die Exploration- und Analysephase bei der Modernisierung von COBOL-Systemen automatisieren. Der Großteil von IBMs Einnahmen hängt weiterhin stark vom Mainframe-Geschäft ab. Diese Kunden betreiben große Server, auf denen Anwendungen basieren, die in COBOL geschrieben sind – einer Programmiersprache, die deutlich älter ist als die heute gängigen Sprachen und noch immer in Finanz- und Regierungsinstitutionen, die stark auf IBM-Mainframes angewiesen sind, weit verbreitet ist. Investoren befürchten, dass KI die Umstellungszeit und Beratungskosten für COBOL-Systeme erheblich senken könnte, was dazu führen würde, dass Kunden ihre Geschäftsprozesse schneller auf modernere Plattformen migrieren. Diese technologische Entwicklung stellt IBMs Marktanteile im traditionellen Mainframe-Segment in Frage und löst eine Neubewertung der zukünftigen Umsätze und Gewinnmargen aus.
Software-Aktien fallen in diesem Jahr um 27 %, Branche steht unter KI-Druck
Die Kursentwicklung von IBM spiegelt den makroökonomischen Druck wider, dem die Softwarebranche im Zuge der KI-Welle ausgesetzt ist. Mit der kontinuierlichen Einführung von Code-Generierungsfunktionen durch Unternehmen wie Anthropic und OpenAI wächst die Sorge, dass die langfristige Nachfrage nach traditionellen Softwareprodukten beeinträchtigt wird. Daten zeigen, dass die wichtigsten Software-ETFs in diesem Jahr um 27 % gefallen sind, was den größten Quartalsverlust seit der Finanzkrise 2008 bedeuten könnte. Dies deutet auf eine Neuausrichtung der Kapitalflüsse hin. Investoren sind vorsichtig bei der Nutzung von KI zur automatischen Softwareentwicklung, da befürchtet wird, dass dies die Preisgestaltungskraft traditioneller Tech-Unternehmen schwächen und die bestehende Software-Ökologie strukturell verändern könnte.
(Anthropic bringt KI-Sicherheitswerkzeug Claude Code Security auf den Markt, mehrere Cybersicherheitsaktien erleiden daraufhin deutliche Kursverluste)
Strategien der Unternehmen und unterschiedliche Marktmeinungen
Trotz der bestehenden Sorgen äußern einige Analysten und Unternehmensführer eine andere Perspektive. Evercore ISI-Analysten weisen darauf hin, dass IBM bereits seit langem verschiedene Systeme für die Modernisierung anbietet, und die meisten Kunden mit hohen Zuverlässigkeitsanforderungen weiterhin auf die bestehenden Mainframe-Plattformen setzen. Tatsächlich hat IBM im Jahr 2023 eigene KI-Assistenztools eingeführt, um Kunden bei der Bewertung und Umwandlung von COBOL in moderne Sprachen zu unterstützen. Das Management von IBM hat außerdem erklärt, dass ihre internen KI-Tools bereits breit eingesetzt werden, was zeigt, dass traditionelle Technologieriesen aktiv KI in ihre bestehenden Dienste integrieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
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