Amerikanische Justizbehörden haben kürzlich ein Urteil in einem bekannten Kryptowährungs-Ponzi-Schema gefällt. Das Büro des Bundesstaatsanwalts im Southern District von New York gab bekannt, dass Magdaleno Mendoza, einer der Hauptförderer des IcomTech-Kryptowährungsbetrugs, zu 71 Monaten Bundeshaft verurteilt wurde, was fast sechs Jahren entspricht, sowie zu einer erheblichen finanziellen Entschädigung.
Die Staatsanwaltschaft enthüllte, dass IcomTech Mitte 2018 gegründet wurde und nach außen hin als Kryptowährungs-Mining- und Handelsfirma auftrat, die den Investoren „tägliche stabile Renditen“ versprach. In Wirklichkeit operierte das Projekt jedoch vollständig nach einem pyramidalen Ponzi-Schema, bei dem die Gelder neuer Investoren verwendet wurden, um die Renditen früherer Teilnehmer zu zahlen, während die Kernmitglieder kontinuierlich Gewinne realisierten. Das Schema richtete sich hauptsächlich an spanischsprachige Arbeitnehmer und führte zu Verlusten in Millionenhöhe, bevor es Ende 2019 zusammenbrach.
Das Gericht entschied, dass Mendoza etwa 789.000 US-Dollar Entschädigung an die Opfer zahlen muss, sowie 1,5 Millionen US-Dollar illegal erwirtschafteten Gewinns beschlagnahmt werden, einschließlich einer Immobilie in Dony, Kalifornien, die direkt mit den Betrugsgeldern gekauft wurde. Die Ermittlungen zeigten außerdem, dass Mendoza vor IcomTech mindestens an zwei weiteren Kryptowährungs-Ponzi-Projekten beteiligt war und somit ein typischer „Berufs“-Krypto-Betrüger ist.
Während des Betrugs nutzte Mendoza sein in Los Angeles geführtes Restaurant, um Offline-Präsentationen abzuhalten und große Bargeldbeträge direkt zu sammeln. Gleichzeitig veranstaltete das IcomTech-Promotionsteam landesweit luxuriöse Roadshows, um ein Bild von „erfolgreichem Reichtum“ zu vermitteln, während die angeblichen Renditen auf den Konten der Investoren nie ausgezahlt werden konnten. Um die Probleme zu verzögern, führte IcomTech auch eine interne Token namens „Icoms“ ein, die angeblich in Zukunft für Zahlungen genutzt werden sollten, deren Wert jedoch letztlich auf null fiel und die Verluste weiter vergrößerte.
Ali Redbod, globaler Policy-Leiter bei der Blockchain-Intelligence-Firma TRM Labs und ehemaliger Bundesstaatsanwalt, wies darauf hin, dass solche Krypto-Betrügereien oft die sprachlichen, finanziellen und regulatorischen Barrieren von Einwanderergruppen ausnutzen, um das Misstrauen der Opfer zu verringern. Er erklärte, dass die 71-monatige Haftstrafe im Einklang mit aktuellen Strafmaßtrends in den USA für große Kryptowährungs-Ponzi-Schemata stehe. Die Justiz konzentriere sich nicht mehr auf das „Krypto“-Label, sondern vielmehr auf Betrugsumfang, Dauer und Schadenshöhe.
Bemerkenswert ist auch, dass das Urteil die mehrfachen illegalen Einreisen Mendozas in die USA nach seiner Abschiebung betrifft. Mehrere Komplizen, darunter Gründer und leitende Förderer von IcomTech, wurden bereits verurteilt. Der Fall sendet erneut ein klares Signal an den Markt: Wer wiederholt an der Förderung von Kryptowährungs-Betrügereien beteiligt ist, wird letztlich schwere Konsequenzen tragen.