Wie die Geldpolitik der Federal Reserve einen Krypto-Markt-Schock auslöste und was seitdem passiert ist

Der Kryptowährungsmarkt erlebte im Dezember eine dramatische Korrektur, als die Federal Reserve signalisierten, dass in naher Zukunft weniger Zinssenkungen zu erwarten seien, was Schockwellen durch digitale Vermögenswerte schickte. Die Krypto-Landschaft hat sich seit diesem policy-gesteuerten Abschwung erheblich verändert und bietet wichtige Lektionen über Marktdynamik und Anlegerstimmung.

Federal Reserve’s Zinsleitlinien lösen breiten Krypto-Verkauf aus

Als Federal Reserve Vorsitzender Jerome Powell im Dezember bei der Sitzung zur Geldpolitik nur zwei Zinssenkungen für 2025 prognostizierte, waren die Investoren überrascht. Die Ankündigung beendete Monate optimistischer Stimmung, die den unaufhörlichen Aufwärtstrend in den letzten Wochen des Jahres getragen hatte.

Der Versuch von Bitcoin, die psychologische Marke von 100.000 US-Dollar zu durchbrechen, verlor schnell an Schwung. Die führende Kryptowährung fiel während der US-Handelszeiten auf die niedrigen 97.000 US-Dollar und rutschte schließlich unter 96.000 US-Dollar, was einen Tagesverlust von etwa 4,8 % bedeutete. Der breitere Markt verschlechterte sich noch schneller, wobei der CoinDesk 20 Index im selben Zeitraum um mehr als 10 % einbrach.

Der Altcoin-Sektor war besonders stark betroffen. Ethereum fiel unter 3.500 US-Dollar und verzeichnete einen Rückgang von 10,8 %, während Cardano, Chainlink, Aptos, Avalanche und Dogecoin Verluste zwischen 15 % und 20 % hinnehmen mussten. Solana erwies sich als besonders anfällig und fiel auf sein schwächstes Niveau seit Anfang November, wodurch die Gewinne nach der Wahl fast vollständig ausgelöscht wurden.

Technischer Abverkauf setzt sich in Derivatemärkten fort

Die drastischen Kursverluste lösten eine Kaskade von Liquidationen in gehebelten Kryptowährungs-Derivatemärkten aus. Innerhalb von 24 Stunden nach der Ankündigung der Fed wurden laut Daten von CoinGlass etwa 1,2 Milliarden US-Dollar an Long-Positionen – Wetten auf weiter steigende Kurse – zwangsweise geschlossen.

Diese Liquidationskaskade zeigte, wie schnell Hebel in den Märkten bei einer Stimmungswende abgebaut werden können. Investoren, die sich auf weiteres Aufwärtspotenzial eingestellt hatten, sahen sich plötzlich Margin Calls und erzwungenen Positionsschließungen gegenüber, was den Verkaufsdruck weiter verstärkte.

Makroökonomische Gegenwinde jenseits von Krypto

Die Probleme des Krypto-Marktes gingen über die fundamentalen Aspekte digitaler Vermögenswerte hinaus. Der US-Dollar-Index stieg erstmals seit November 2022 über 108, was Investitionen in Dollar denominierte Anlagen im Vergleich zu Risiko-Assets attraktiver machte. Gleichzeitig stiegen die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen deutlich über 4,6 %, dem höchsten Stand seit Mai, da die Anleihemärkte die Zinsprognosen neu bewerteten.

Traditionelle Aktien verzeichneten mildere Verluste, wobei der S&P 500 und der Nasdaq jeweils weniger als 1 % gegenüber dem vorherigen Schlusskurs verloren. Der überproportionale Rückgang bei Kryptowährungen spiegelte die Empfindlichkeit des Sektors gegenüber Veränderungen in der Risikostimmung und geldpolitischen Erwartungen wider.

Einschätzungen zur Korrektur und Ausblick

Marktstrategen bewerteten die Bewegung schnell als überfällige Konsolidierung. „Der Krypto-Markt war nach dem Rekordlauf über 100.000 US-Dollar auf eine Korrektur vorbereitet“, sagte Joel Kruger, Markstratege bei LMAX Group. „Die Entscheidung der Fed gab den Anstoß, und die Folgen waren zu bedeutend, um sie zu ignorieren.“

Andere Beobachter bewahrten eine langfristige Perspektive. Azeem Khan, Mitgründer und COO des Layer-2-Netzwerks Morph, sah den Rücksetzer im Einklang mit gesunden Marktdynamiken. „Wenn man das Wachstum im Jahresvergleich betrachtet, fühlt sich ein solcher Rückgang konstruktiv an“, sagte Khan. Er fügte hinzu, dass Strategien zur Steueroptimierung zum Jahresende – bei denen Investoren Verluste verkaufen, um Gewinne auszugleichen – den Verkaufsdruck über fundamentale Gründe hinaus verstärkt haben könnten.

Aktuelle Markstabilisierung und Signale für Erholung

Inzwischen hat sich das Bild deutlich gewandelt. Bitcoin hat sich auf 68.460 US-Dollar erholt, mit einem 24-Stunden-Gewinn von 5,25 %, was auf eine Stabilisierung in der Nähe niedrigerer Unterstützungsniveaus hindeutet. Ethereum stieg auf 2.07K US-Dollar mit einem 9,65 % Zuwachs in 24 Stunden, während andere Altcoins wieder Stärke zeigen: Cardano gewann 12,03 %, Chainlink stieg um 10,84 %, Aptos um 14,18 %, Avalanche um 11,05 %, Dogecoin um 8,77 % und Solana verzeichnete einen Tagesanstieg von 8,03 %.

Dass Altcoins Bitcoin outperformen, deutet auf eine Rotation zurück in risikoreichere Anlagen und eine erneute Risikobereitschaft für spekulative Positionen hin. Dieser Umschwung nach dem Dezember-Absturz zeigt, dass Marktteilnehmer die Entscheidung der Fed im Dezember im Rahmen eines breiteren Investment-Narrativs neu bewertet haben.

Die Fähigkeit des Kryptomarktes, einen so erheblichen Schock zu verkraften und sich zu erholen, deutet auf eine gewisse Widerstandsfähigkeit hin, doch Analysten warnen, dass fragile makroökonomische Bedingungen und stagnierende Stablecoin-Angebote die mittelfristige Entwicklung unsicher machen. Unterstützungsniveaus unter 60.000 US-Dollar könnten eine weitere Liquidationswelle auslösen, weshalb technische Niveaus in den kommenden Wochen entscheidend sein werden.

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