Bitcoin und US-Aktien bewegen sich wieder synchron: Was die erneute Aktienkorrelation für Krypto bedeutet

Die Kryptowährungs- und Aktienmärkte erleben eine bedeutende Neuausrichtung. Während Bitcoin und US-Aktien nach Donald Trumps Wahlsieg am 5. November stark auseinanderdrifteten, haben diese traditionell unkorrelierten Anlageklassen in den letzten Wochen begonnen, wieder enger zusammenzuwachsen. Diese erneute Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien könnte sowohl Chancen als auch Risiken für digitale Vermögenswerteinvestoren bedeuten, die sich in einer zunehmend vernetzten Finanzlandschaft bewegen.

Die anfängliche Entkopplung nach Trumps Wahl schien logisch. Bitcoin stieg aufgrund der Erwartungen an eine kryptofreundliche Regierung und die Kontrolle der Republikaner im Kongress, während der S&P 500 durch andere makroökonomische Sorgen belastet wurde. Mit der Entwicklung der Märkte verfolgen beide Anlageklassen nun jedoch erstaunlich synchron, wobei ihre 20-Tage-Korrelation 0,88 erreicht hat – ein Wert, der auf eine nahezu perfekte Ausrichtung hinweist.

Warum Makrofaktoren die Aktienkurse drücken

Die jüngste Schwäche der Aktienmärkte resultiert vor allem aus geldpolitischen Entwicklungen. Die Entscheidung der Federal Reserve im Dezember, nur zwei Zinssenkungen für 2025 anzukündigen – weniger als zuvor erwartet – schuf Unsicherheit für Risikoanlagen im Allgemeinen. Gleichzeitig hat der US-Dollar-Index (DXY) um etwa 5 % aufgewertet, was den Druck auf Rohstoffe und alternative Anlagen erhöht.

Laut dem europäischen Forschungsteam von Bitwise erzeugten diese makroökonomischen Gegenströmungen unterschiedliche Drucke auf die beiden Anlageklassen. Traditionelle Aktien litten unter den restriktiven geldpolitischen Aussichten, während Bitcoin zunächst von anderen Rückenwindfaktoren profitierte, die den Dollarstärketrend ausglichen. Daten zum Austauschsaldo von Glassnode zeigten, dass trotz Gewinnmitnahmen die Bitcoin-Bestände auf Börsen weiter sanken – ein Muster, das auf eine zugrunde liegende Stärke der Langzeit-Halter hindeutet, die Coins in die Selbstverwahrung verlagern.

Diese Divergenz konnte auf Dauer nicht bestehen bleiben. Da die makroökonomische Unsicherheit anhält und die Schwäche der Aktienmärkte sich vertieft, folgt Bitcoin nun stärker dem Aktienmarkt als seit der Wahl.

On-Chain-Stärke trifft auf makroökonomische Unsicherheit

Die Widerstandsfähigkeit von Bitcoin während der Dollar-Rallye Anfang dieses Jahres zeigte, wie On-Chain-Faktoren von makroökonomischen Gegenwinden abweichen können. Das begrenzte Angebot auf Börsen – was weniger Coins für den Verkauf bedeutet – bildete eine fundamentale Untergrenze, die Aktien so nicht haben.

Analysten warnen jedoch, dass diese On-Chain-Vorteile möglicherweise nicht ausreichen, wenn die Schwäche der Aktienmärkte sich beschleunigt. Die Frage ist nicht, ob die Fundamentaldaten von Bitcoin intakt bleiben, sondern ob makroökonomische Bedingungen die On-Chain-Rückenwindfaktoren überlagern, die die Preise während des Großteils des Zyklus getragen haben.

Technischer Rebound oder falsches Signal?

Bitcoin erholte sich kürzlich nach Wochen des Verkaufsdrucks deutlich und stieg wieder in Richtung 69.000 USD, was ähnliche Rallyes bei Altcoins wie Ethereum, Solana und Dogecoin auslöste. Auch kryptobezogene Aktien wie Coinbase und Circle beteiligten sich an der Erholung.

Marktteilnehmer von LMAX Group und anderen institutionellen Plattformen raten jedoch zur Vorsicht bei der Interpretation dieser Bewegung. Der Anstieg scheint hauptsächlich durch Short-Covering und technische Positionierungen in dünnen Liquiditätsbedingungen getrieben zu sein, anstatt durch fundamentale Katalysatoren. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Eine Erholung, die durch erzwungenes Kaufen entsteht, könnte die Nachhaltigkeit der Bewegung beeinträchtigen, im Gegensatz zu Bewegungen, die auf echtem Nachfrageinteresse basieren.

Widerstandsniveaus und der Weg nach vorn

Damit Bitcoin eine konstruktivere technische Struktur aufbauen kann, müssen die Kurse nachhaltig über kritischen Widerstandszonen bei etwa 72.000 USD und 78.000 USD ausbrechen. Solange diese Niveaus nicht überzeugend überwunden werden, besteht die Gefahr, dass die Rallye nur eine taktische Korrektur innerhalb eines größeren Abwärtstrends bleibt.

Laut Einblicken institutioneller Handelsplätze zeigt das Anlageverhalten eine Rotation in volatilere Altcoin-Positionen und Derivate-Strategien. Dies deutet darauf hin, dass Händler die Erholung eher als taktische Chance denn als Beweis für eine strukturelle Erholung sehen.

Was die erneute Korrelation für die Strategie bedeutet

Der Wert von 0,88 bei der Korrelation stellt eine grundlegende Herausforderung für Portfolios mit digitalen Vermögenswerten dar. Wenn Bitcoin mit Aktienindizes schwankt, verringert sich sein Diversifizierungswert – ein entscheidender Vorteil für die Akzeptanz durch Institutionen. Das bedeutet, Investoren müssen beobachten, ob diese Korrelation anhält oder nur eine temporäre Ausrichtung ist.

Experten führender Krypto-Forschungsfirmen weisen darauf hin, dass On-Chain-Faktoren bis Mitte 2025 unterstützend bleiben sollten und möglicherweise eine Untergrenze bieten, selbst wenn die makroökonomische Verschlechterung sich beschleunigt. Doch die erhöhte Korrelation mit Aktien birgt kurzfristige Risiken, die Investoren nicht ignorieren dürfen. Diese Dynamik erfordert aktives Portfoliomanagement und eine vorsichtige Positionierung rund um wichtige Widerstands- und Unterstützungsniveaus, solange die makroökonomische Unsicherheit anhält.

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