Wie ist die finanzielle Realität für diejenigen, die in den Vereinigten Staaten den Mindestlohn verdienen?

Viele Brasilianer fragen sich, wie das Vergütungssystem in den USA funktioniert und was tatsächlich der Mindestlohn in den Vereinigten Staaten ist. Die Antwort ist komplexer als es scheint, da das Land ein dezentrales Modell betreibt: Während es einen bundesweiten Mindestlohn gibt, können die einzelnen Bundesstaaten eigene Werte festlegen. Das bedeutet, dass das Einkommen eines Arbeitnehmers stark davon abhängen kann, wo er arbeitet.

Das bundesstaatliche vs. das bundesweite Mindestlohnsystem in den USA

Seit 2009 ist der bundesweite Mindestlohn bei 7,25 US-Dollar pro Stunde eingefroren. Dieser Wert ist die nationale Untergrenze, aber nur theoretisch — in der Praxis haben viele Bundesstaaten diesen Wert bereits deutlich übertroffen. Das amerikanische System erlaubt es den Bundesstaaten, höhere Mindestlöhne festzulegen, was auch viele getan haben. Derzeit liegt der Mindestlohn in einigen Bundesstaaten bei US$ 5,15 (wenige Fälle, z.B. Georgia und Wyoming), bis zu US$ 17,50 pro Stunde im District of Columbia.

Städte und Regionen mit hohen Lebenshaltungskosten haben noch mehr Autonomie. New York bietet je nach Region zwischen US$ 15,50 und US$ 16,50. Los Angeles und Seattle folgen einem ähnlichen Muster, was direkt die lokale Inflation und den Immobilienmarkt widerspiegelt.

Berechnung des tatsächlichen Monatseinkommens

Die Berechnung des Mindestlohns in den USA ist einfach, da sie auf der Stundeinheit basiert. Bei einer Standardarbeitswoche von 40 Stunden:

Bundeslohn:

  • Pro Stunde: US$ 7,25
  • Pro Woche (40h): US$ 290
  • Pro Monat (4 Wochen): US$ 1.160

Beispiel in Regionen mit höherem Mindestlohn (z.B. Washington D.C.):

  • Pro Stunde: US$ 17,50
  • Pro Monat: US$ 2.800

Der Unterschied von mehr als dem Doppelten zeigt deutlich, warum die Wahl des Bundesstaates für einen Arbeitnehmer, der vom Mindestlohn lebt, so wichtig ist.

Signifikante Unterschiede zwischen den Bundesstaaten

Die Mindestlöhne in den Bundesstaaten im Jahr 2025-2026 weisen deutliche Unterschiede auf:

  • Kalifornien: US$ 16,50/h (mit Sonderregeln für Überstunden)
  • New York: US$ 15,50 bis US$ 16,50/h (je nach Region)
  • Washington: US$ 16,66/h
  • District of Columbia: US$ 17,50/h (höchster Wert im Land)
  • Massachusetts und andere progressive Bundesstaaten: US$ 15 bis US$ 16/h
  • Konservative Bundesstaaten: US$ 5,15 bis US$ 7,25/h (aber meist gilt der bundesweite Mindestlohn)

Diese Unterschiede spiegeln die politischen und wirtschaftlichen Prioritäten sowie die Lebenshaltungskosten vor Ort wider.

Für wen gilt dieser Lohn?

Der Mindestlohn in den USA betrifft vor allem:

  • Kassierer in Supermärkten
  • Bedienungspersonal in Restaurants und Fast-Food-Ketten
  • Lagerarbeiter und Lagerhelfer
  • Reinigungspersonal
  • Einsteiger im operativen Bereich verschiedener Branchen
  • Ungelernte Arbeiter mit regulärer Arbeitszeit

Wichtig: Personen, die Trinkgelder erhalten (z.B. Kellner), können mit einem niedrigeren Grundlohn auskommen, da die Trinkgelder das Einkommen ergänzen.

Vergleich mit Brasilien: Reale Kaufkraft

Direkte Umrechnung von Dollar in Real ist trügerisch. Der bundesweite Mindestlohn in den USA von US$ 1.160 pro Monat entspricht etwa R$ 6.030 (bei einem Kurs von US$ 1 ≈ R$ 5,20). Der brasilianische Mindestlohn liegt bei etwa R$ 1.500.

Auf den ersten Blick scheint das amerikanische Einkommen viermal höher. Doch die reale Kaufkraft zeigt eine andere Geschichte:

Durchschnittliche monatliche Kosten in den USA:

  • Miete: US$ 1.626
  • Grundkosten (Essen, Transport, Utilities): US$ 1.185
  • Insgesamt: ca. US$ 2.800

Mit einem bundesweiten Mindestlohn von US$ 1.160 reicht das Einkommen kaum aus. Ein Arbeitnehmer müsste auf staatliche Subventionen oder einen Zweitjob zurückgreifen. Selbst in Bundesstaaten mit höherem Mindestlohn, wie Kalifornien, sind Mieten und Lebenshaltungskosten mit den Lohnerhöhungen gestiegen, was den finanziellen Druck aufrechterhält.

Laut Kaufkraftparitäts-Analysen (KKP) kauft der Dollar in den USA weniger Waren und Dienstleistungen als sein Gegenstück in Brasilien, was bedeutet, dass die nominalen Unterschiede nicht direkt in eine proportional bessere Lebensqualität umsetzbar sind.

Kann man mit diesen Werten leben?

Die klare Antwort lautet nein. Selbst bei 40 Stunden Arbeit pro Woche zum Mindestlohn in den USA haben viele Schwierigkeiten, die Grundkosten zu decken, vor allem in Großstädten.

Höherer Mindestlohn in einigen Bundesstaaten hilft nur bedingt, da die Lebenshaltungskosten dort ebenfalls hoch sind. New York, Kalifornien und Washington D.C. bieten zwar höhere Löhne, aber auch einige der höchsten Mieten und Ausgaben im Land.

Viele Mindestlohnempfänger:

  • teilen sich die Miete mit anderen
  • sind auf staatliche Unterstützungen (z.B. Food Stamps, Steuergutschriften) angewiesen
  • arbeiten in mehreren Schichten
  • ergänzen ihr Einkommen durch Selbstständigkeit

Einfache Methode zur Berechnung des eigenen Mindestlohns

Unabhängig vom Bundesstaat gilt die gleiche Formel:

Stundenlohn × 40 × 4 = geschätztes Monatseinkommen

Beispiel: In New York bei US$ 15,50/h: 15,50 × 40 × 4 = US$ 2.480

In einem südlichen Bundesstaat bei US$ 7,25/h: 7,25 × 40 × 4 = US$ 1.160

Die Differenz von über 100 % zeigt, warum es für jeden, der in den USA umzieht, essenziell ist, den jeweiligen Bundesstaat genau zu prüfen.

Fazit

Der Mindestlohn in den USA ist ein komplexes, dezentrales Thema. Während der bundesweite Mindestlohn seit Jahren unverändert bleibt, haben Bundesstaaten und Städte deutliche Erhöhungen beschlossen, um Inflation und lokale Kosten auszugleichen. Für jeden — besonders für Brasilianer — ist es unerlässlich, nicht nur den jeweiligen Bundes- und Stadtmindestlohn zu kennen, sondern auch die Lebenshaltungskosten vor Ort gründlich zu analysieren, bevor man eine Entscheidung für Arbeit oder Umzug trifft.

Original anzeigen
Diese Seite kann Inhalte Dritter enthalten, die ausschließlich zu Informationszwecken bereitgestellt werden (keine Zusicherungen oder Garantien), und sie sind nicht als Billigung der darin geäußerten Ansichten durch Gate oder als finanzielle bzw. fachliche Beratung zu verstehen. Weitere Informationen finden Sie im Haftungsausschluss.
  • Angebot
  • Kommentieren
  • Reposten
  • Teilen
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare
  • Anheften

Handeln Sie jederzeit und überall mit Kryptowährungen
qrCode
Scannen, um die Gate App herunterzuladen
Community
Deutsch
  • 简体中文
  • English
  • Tiếng Việt
  • 繁體中文
  • Español
  • Русский язык
  • Français
  • Deutsch
  • Português (Portugal)
  • ภาษาไทย
  • Indonesia
  • 日本語
  • بالعربية
  • Українська
  • Português (Brasil)