Als die am stärksten abwertenden Währungen der Welt: Verstehen Sie den Währungskollaps von 2025

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was passiert, wenn die Währung eines Landes so stark an Wert verliert, dass die Menschen Bündel von Banknoten mit sich tragen müssen, die aussehen, als kämen sie aus einem Brettspiel? Während wir hier in Brasilien uns Sorgen machen, dass der Dollar über R$ 5,00 steigt, gibt es ganze Nationen, in denen die am stärksten abgewertete Währung der Welt buchstäblich die Kaufkraft der Bevölkerung auflöst. Die Lage ist in manchen Gegenden so kritisch, dass man mit Geld in der Tasche zum Supermarkt geht und nur einen Bruchteil dessen mit nach Hause nimmt, was man kaufen wollte. Kürzlich veranschaulichte eine Reisegeschichte im Libanon diese Realität perfekt: Ein befreundeter Journalist zeigte Fotos, auf denen er Bündel von Banknoten hielt, die zusammen mehr als 50.000 libanesische Pfund ausmachten – das entspricht nur etwa R$ 3,00. Diese absurde Szene ist keine Fiktion, sondern die Realität von Millionen Menschen, die in Volkswirtschaften leben, in denen die Währung Synonym für finanzielle Fragilität ist.

Das Phänomen der am stärksten abgewerteten Währungen der Welt ist nicht neu, aber im Jahr 2025 erreichte es alarmierende Dimensionen. Während der brasilianische Real 2024 mit einer Abwertung von 21,52 % schloss – die schlechteste Performance unter den wichtigsten Währungen – war dies nur ein Vorgeschmack auf das, was in anderen Ländern geschieht. In diesem Zeitraum verwandelte eine globale Situation, geprägt von anhaltender Inflation, politischen Krisen und wirtschaftlicher Instabilität, zahlreiche Währungen in Symbole des finanziellen Zusammenbruchs. Zu verstehen, warum das passiert, ist entscheidend, insbesondere für Investoren, die die Warnsignale einer sich verschlechternden Wirtschaft erkennen wollen.

Welche Faktoren liegen hinter einer so stark abgewerteten Währung?

Wenn man den Finanzmarkt aufmerksam verfolgt, wird klar, dass eine schwache Währung niemals auf einen einzelnen isolierten Faktor zurückzuführen ist. Es ist immer eine explosive Kombination von Elementen, die zusammenwirken, um das Vertrauen der Investoren und Bürger in die Fähigkeit der Regierung, die Wirtschaft zu steuern, zu zerstören.

Unkontrollierte Inflation ist vielleicht der sichtbarste Faktor. In Brasilien, wenn die Inflation 7 % pro Jahr erreicht, mobilisiert sich die Bevölkerung bereits und übt Druck auf die Behörden aus. Im Jahr 2025 liegt diese Rate laut Marktdaten bei etwa 5 %. Stellen Sie sich nun Länder vor, in denen die Preise für Grundnahrungsmittel jeden Monat verdoppelt werden. Dieses verheerende Phänomen, Hyperinflation genannt, frisst nicht nur die Ersparnisse, die Generationen angesammelt haben, sondern verwandelt das Gehalt eines Menschen schon vor Monatsende in Spielgeld.

Chronische politische Instabilität wirkt wie ein langsames Gift. Staatsstreiche, Bürgerkriege, wechselnde Regierungen und fehlende Rechtssicherheit signalisieren internationalen Investoren, dass ihre Anlagen unsicher sind. Das Ergebnis ist vorhersehbar und verheerend: Ausländisches Kapital verschwindet, inländische Investitionen brechen ein, und die lokale Währung wird buchstäblich zu farbigem Papier ohne wirtschaftliche Deckung.

Wirtschaftssanktionen von außen wirken wie eine finanzielle Blockade. Wenn die internationale Gemeinschaft einem Land die Türen verschließt und ihm den Zugang zum globalen Finanzsystem verwehrt, verliert die nationale Währung ihre wichtigste Funktion: die internationale Austauschfähigkeit. Ohne die Möglichkeit, globale Transaktionen durchzuführen oder zu importieren, bleibt die Währung in einem isolierten Land gefangen und verliert zunehmend an Wert.

Unzureichende Devisenreserven spiegeln eine Wirtschaft wider, die das Vertrauen verloren hat. Es ist vergleichbar mit einem Kontostand im Minus. Wenn die Zentralbank nicht genügend Dollar oder Gold hat, um die Währung gegen spekulative Angriffe zu verteidigen, ist eine Abwertung unvermeidlich. Jeder Versuch, den Wechselkurs zu stabilisieren, leert die Staatskasse.

Kapitalflucht ist vielleicht das kritischste Zeichen dafür, dass alles zusammengebrochen ist. Wenn selbst die Bürger lieber Dollar inoffiziell aufbewahren – das berühmte „unter der Matratze“ – anstatt ihrer Landeswährung zu vertrauen, ist das Spiel vorbei. Die Bevölkerung investiert nicht nur in ausländische Vermögenswerte; sie verlässt ihre eigene Währung schlichtweg, weil sie sie für wertlos hält.

Wenn diese Faktoren zusammenkommen, wird eine Währung zum Symbol einer geschwächten und hoffnungslosen Wirtschaft. Und in diesem Kontext entstehen die Währungen in der folgenden Rangliste.

Die 10 am stärksten abgewerteten Währungen der Welt: Detaillierte Analyse

Basierend auf internationalen Wechselkursdaten und aktuellen Wirtschaftsberichten ist hier die Rangliste der Währungen, die das Kaufkraftpotenzial ihrer Bevölkerung erheblich beeinträchtigen:

1. Libanesische Pfund (LBP) – Unangefochtene Nummer Eins

Das Libanesische Pfund steht unangefochten an der Spitze der am stärksten abgewerteten Währungen der Welt. Offiziell sollte der Kurs bei 1.507,5 Pfund pro Dollar liegen, doch dieser Wert existiert außerhalb der Papiere nicht. Auf dem Schwarzmarkt, wo tatsächlich gehandelt wird, braucht man mehr als 90.000 Pfund, um nur 1 US-Dollar zu erhalten. Die Krise, die 2020 begann, wurde nie gelöst, sondern vertiefte sich nur. Banken beschränken drastisch Abhebungen, viele Geschäfte lehnen die Landeswährung ab und akzeptieren nur Dollar. Uber-Fahrer in Beirut verlangen heute ausdrücklich, in Dollar bezahlt zu werden, weil niemand das Risiko eingehen will, mit libanesischen Pfund sitzenzubleiben.

2. Iranischer Rial (IRR) – Opfer internationaler Sanktionen

Die US-Sanktionen haben den Iranischen Rial in eine Währung dritter Welt verwandelt. Um das Ausmaß zu verdeutlichen: Mit nur R$ 100 wird man „Millionär“ in iranischen Rials – ein Titel, der in Bezug auf Kaufkraft absolut nichts bedeutet. Die iranische Regierung versucht, Devisenkontrollen durchzusetzen, doch die Realität auf der Straße zeigt mehrere parallele Kurse. Interessant ist, dass viele junge Iraner in Massen in Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum migrieren, die sie als deutlich zuverlässigeres Wertaufbewahrungsmittel ansehen als die Landeswährung. Für viele ist Investieren in Kryptowährungen keine Spekulation mehr, sondern eine Überlebensnotwendigkeit.

3. Vietnamesischer Dong (VND) – Die schwache Währung eines aufstrebenden Giganten

Hier handelt es sich um einen besonderen Fall. Vietnam hat eine schnell wachsende Wirtschaft und ist ein bedeutender Akteur im globalen Handel, doch der Dong bleibt historisch schwach, weil es bewusste geldpolitische Entscheidungen gibt. Es ist fast komisch: Man geht an einen Geldautomaten, zieht 1 Million Dong und hat ein Bündel Banknoten, das aussieht, als wäre es aus einem Heist-Film gestohlen. Für Touristen ist das großartig – mit nur 50 US-Dollar fühlt man sich für einige Tage wie ein Millionär. Für Vietnamesen bedeutet das jedoch, dass Importe exponentiell teurer werden und ihre internationale Kaufkraft stark eingeschränkt ist.

4. Laotischer Kip (LAK) – Eine leicht gefangene Wirtschaft

Laos steht vor einer schwierigen wirtschaftlichen Lage: eine kleine Wirtschaft, chronische Abhängigkeit von Importen und eine Inflation, die den Wert der Währung zerfrisst. Der Kip ist so schwach, dass Händler an der Grenze zu Thailand lieber Baht annehmen, als Kips zu tragen. Etwa 21.000 LAK entsprechen nur 1 US-Dollar.

5. Indonesische Rupiah (IDR) – Eine historische Schwäche

Indonesien ist technisch gesehen die größte Volkswirtschaft Südostasiens, doch die Rupiah konnte sich nie stärken. Seit 1998 ist sie konstant unter den am stärksten abgewerteten Währungen der Welt. Für brasilianische Touristen ist das eine gute Nachricht: Bali wird zu einem erschwinglichen Paradies. Mit R$ 200 pro Tag lebt man dort wie ein König. Für Indonesier bedeutet die Schwäche der Währung jedoch teure Importe und eine starke Begrenzung ihrer internationalen Transaktionen.

6. Usbekischer Sum (UZS) – Unzureichende Reformen

Usbekistan hat in den letzten zehn Jahren bedeutende Wirtschaftsreformen durchgeführt, doch der Sum spiegelt noch Jahrzehnte isolierter Wirtschaft wider. Das Land versucht weiterhin, ausländische Investitionen anzuziehen, doch die Währung bleibt abgewertet und fragil, was das Misstrauen der Investoren gegenüber der regionalen Stabilität widerspiegelt.

7. Guineischer Franc (GNF) – Natürliche Ressourcen garantieren keine starke Währung

Hier ein klassischer Fall: Ein Land, das reich an natürlichen Ressourcen wie Gold und Bauxit ist, besitzt paradoxerweise eine der am stärksten abgewerteten Währungen der Welt. Chronische Instabilität und weitverbreitete Korruption verhindern, dass der Reichtum in eine starke Währung oder nachhaltige Investitionen mündet.

8. Paraguayischer Guarani (PYG) – Unser Nachbar in Schwierigkeiten

Der paraguayische Guarani ist im Vergleich zu anderen Ländern der Region relativ stabil, aber er ist traditionell schwach. Für Brasilianer bedeutet das, dass Ciudad del Este weiterhin das Einkaufsparadies ist – man kommt mit Reais und geht mit vollgeladenen Taschen voller Elektronik und Kleidung nach Hause.

9. Malagasy Ariary (MGA) – Ein Land unter den Ärmsten der Welt

Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Erde, und der Ariary spiegelt diese harte Realität wider. Importe sind für die Bevölkerung Luxus, und die internationale Kaufkraft ist praktisch nicht vorhanden. Etwa 4.500 MGA entsprechen nur 1 US-Dollar.

10. Burundischer Franc (BIF) – Das Schlusslicht der Schwächsten

Abschließend ist der Burundische Franc eine so stark abgewertete Währung, dass Menschen für größere Einkäufe buchstäblich ganze Säcke voller Geld mit sich tragen müssen. Die chronische politische Instabilität des Landes spiegelt sich direkt in einer Währung wider, die fast ihren gesamten Wert verloren hat. Circa 550 BIF entsprechen nur 1 R$.

Was die am stärksten abgewerteten Währungen der Welt offenbaren

Das Ranking der am stärksten abgewerteten Währungen ist mehr als nur eine finanzielle Kuriosität oder eine Magazinmeldung. Es ist ein roher Spiegel dafür, wie Politik, institutionelles Vertrauen und wirtschaftliche Stabilität grundlegend miteinander verbunden sind. Jede Währung in dieser Liste erzählt die Geschichte eines Landes, in dem politische Entscheidungen, Governance-Mängel oder externe Umstände das Vertrauen in den Wert der Landeswährung zerstört haben.

Für brasilianische Investoren ergeben sich aus dieser Analyse einige praktische Lehren:

Erstens: Fragile Volkswirtschaften bergen enorme Risiken. Abgewertete Währungen mögen auf den ersten Blick Investitionschancen mit potenziellem Gewinn erscheinen, doch die Realität ist, dass die meisten dieser Länder tief in wirtschaftlichen Krisen stecken, die jede Investition extrem riskant machen.

Zweitens: Es gibt echte Chancen im Tourismus und Konsum. Reiseziele mit abgewerteten Währungen können für diejenigen, die mit starken Dollar, Euro oder Reais kommen, finanziell vorteilhaft sein. Man kann in manchen dieser Orte wie ein König leben, für einen Bruchteil dessen, was man in Brasilien ausgeben würde.

Drittens: Diese praktische Beobachtung vermittelt ein makroökonomisches Lernen, das kein Lehrbuch so gut vermitteln kann. Zu beobachten, wie Währungen kollabieren, hilft, die destruktiven Effekte von Inflation, Korruption, politischer Instabilität und Vertrauensverlust im Alltag der Menschen zu verstehen.

Die Wahrheit ist: Eine abgewertete Währung ist nur das sichtbare Symptom einer kranken Wirtschaft. Das Erkennen dieser Signale ist ein unverzichtbares Werkzeug für jeden, der verstehen möchte, warum manche Länder gedeihen, während andere in den wirtschaftlichen Abgrund stürzen.

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