Die Antwort nach vier Jahren des Schweigens: Analyse der Insiderhandelsvorwürfe gegen Jane Street und der Verantwortung für den LUNA-Crash

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Im Mai 2022 erlebte die Krypto-Welt einen der schlimmsten Zusammenbrüche in der Geschichte. Der als Vorbild für algorithmische Stablecoins gefeierte UST entkoppelte sich, und innerhalb weniger Tage verschwand eine Marktkapitalisierung von über 40 Milliarden US-Dollar, während der LUNA-Preis sich unaufhörlich dem Nullpunkt näherte.

LUNA-Preistafel zum Zusammenbruch, Quelle: CoinMarketCap

Nach fast vier Jahren lenkt eine Klage, die beim Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde, die Geschichte in eine neue Richtung. Der Insolvenzverwalter von Terraform Labs wirft dem weltweit mysteriösesten und profitabelsten Quant-Trading-Giganten Jane Street vor, möglicherweise derjenige zu sein, der den Ausgang bereits vorher wusste.

Jane Street und „Bryces Geheimnis“

Um die Kernvorwürfe zu verstehen, muss man eine private Chatgruppe namens „Bryces Geheimnis“ kennen. Laut Anklageschrift war Bryce Pratt, ein Mitarbeiter von Jane Street, früher Praktikant bei Terraform. Anfang 2022 gründete er einen privaten Kanal, der die beiden Firmen verband. Die Klage wirft vor, dass durch diese geheime Kommunikationslinie Jane Street vorab von der entscheidenden Entscheidung erfuhr, Terraform werde heimlich Gelder aus dem Curve-Liquiditätspool abziehen – eine Information, die nie öffentlich bekannt wurde.

Zurück zum 7. Mai 2022, 17:44 Uhr. Nur zehn Minuten nachdem Terraform Labs still und heimlich 150 Millionen UST aus dem Curve 3pool abgezogen hatte, folgte eine Wallet, die angeblich mit Jane Street in Verbindung steht, und zog weitere 85 Millionen UST aus demselben Pool ab. Dies war die größte einzelne Transaktion in der Geschichte dieses Pools.

Der Insolvenzverwalter weist in der Klage darauf hin, dass Jane Street durch Insiderhandel in der Lage war, „rechtzeitig Hunderte Millionen Dollar an potenziellen Risiken zu liquidieren, nur wenige Stunden vor dem Zusammenbruch des Terraform-Ökosystems“. Dieses groß angelegte Abziehen vor dem Marktzusammenbruch verstärkte die Panik und gilt als einer der Hauptfaktoren, die die UST-Entkopplung und die Todesspirale von LUNA beschleunigten.

Die doppelte Rolle des Quant-Giganten

Als eine der weltweit größten Quant-Handelsfirmen verwaltet Jane Street Vermögenswerte in Billionenhöhe und spielt sowohl im traditionellen Finanzwesen als auch im Kryptomarkt eine bedeutende Rolle als Market Maker. Zu den ehemaligen Mitarbeitern gehört SBF, Gründer von FTX, was eine indirekte Verbindung zu mehreren großen Krisen in der Kryptoindustrie nahelegt.

Doch die Anklage gegen Terraform bringt diese Verbindung erstmals direkt mit mutmaßlich illegalen Insidergeschäften in Verbindung. Jane Street reagierte darauf sehr direkt. Ein Sprecher bezeichnete die Klage als „verzweifeltes Verfahren“ und „versuchte, das Unternehmen auszupressen“. Das Unternehmen betont, dass die Verluste der Luna-Investoren auf die von Do Kwon und dem Terraform-Management selbst geplante „Milliardenbetrügerei“ zurückzuführen seien.

Dunklere Schatten und Branchenreflexion

Der Fall Jane Street ist kein Einzelfall. Vor zwei Monaten reichte derselbe Insolvenzverwalter in einem Bundesgericht in Chicago eine Klage gegen den Handelsriesen Jump Trading ein, in der 4 Milliarden US-Dollar Schadensersatz gefordert werden. Es wird behauptet, Jump Trading habe beim Luna-Zusammenbruch eine unrühmliche Rolle gespielt.

Gemeinsam zeichnen diese Klagen ein beunruhigendes Bild der Branche: Unter dem Deckmantel von „Dezentralisierung“ und „Transparenz“ im Krypto-Markt sind Informationsasymmetrien nie ganz verschwunden. Während die Gelder der normalen Investoren im Todesstrudel verschwinden, könnten gut informierte Institutionen mit fortschrittlichen Handelsinstrumenten längst sicher abgezogen sein und sogar daraus Profit schlagen.

Fazit

Derzeit befinden sich die Vorwürfe gegen Jane Street noch im Stadium des Verfahrens, das Gericht hat noch keine Entscheidung getroffen. Jane Street bestreitet alle Vorwürfe energisch und bereitet sich auf eine Verteidigung vor. Unabhängig vom Ausgang zwingt dieser Fall den Markt, die Verantwortlichkeiten der Market Maker im Krypto-Ökosystem neu zu hinterfragen.

Die Frage „Sind sie verantwortlich für einen der größten Zusammenbrüche in der Geschichte der Kryptowährungen, wie Luna?“ mag noch Zeit brauchen, um rechtlich geklärt zu werden, doch die Diskussion über Marktfairness ist bereits wieder auf der Agenda.

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