Wintermute Trader: BTC steckt bei $64-67k fest, der Markt befindet sich im Übergang zu einem makroökonomischen Paradigmenwechsel

robot
Abstract-Generierung im Gange

Autor: Jjay_dm, Wintermute OTC Händler

Übersetzung: Deep潮 TechFlow

Deep潮 Einführung: Wintermute ist einer der weltweit größten Krypto-Market Maker. Dieses Marktupdate vom 23. Februar ist die bislang klarste Beschreibung der aktuellen Lage auf dem Kryptomarkt.

Es geht nicht nur um Bullish- oder Bearish-Ansichten, sondern darum, AI neu zu bewerten, De-Globalisierung und das Versagen der Federal Reserve in einem einheitlichen Rahmen zu integrieren. Dabei wird deutlich gemacht: Derzeit werden Krypto-Assets als „Hoch-Beta-Wachstumsanlagen“ verkauft. Ob dieser Trend eine kurzfristige Rotation ist oder ein echter Paradigmenwechsel, ist die wichtigste Frage für 2026.

Der vollständige Text:

📈 Marktupdate – 23. Februar 2026

BTC bleibt nach der Liquidationswelle zwischen 64.000 und 67.000 USD seitwärts. Als Hoch-Beta-Asset ähnelt die Kursentwicklung zunehmend einigen Blue-Chip-Altcoins. Die disruptive Kraft von AI und die langsame De-Globalisierung werfen die Kernfragen des Kryptomarktes 2026 auf, wobei der kurzfristige Druck anhält.

Paradigmenwechsel

Makro

Monatelang wurde der Markt von mikroökonomischen Katalysatoren getrieben: einzelne Zollerklärungen, Aussagen von Fed-Vertretern, Quartalszahlen. Reaktion, Neubewertung, Nullstellung. Doch dieses Framework beginnt zu zerfallen. Citrinis jüngster Artikel fasst viele bereits vorhandene, aber nie klar formulierte Marktstimmungen zusammen: Wir befinden uns in einem Paradigmenwechsel.

Die Federal Reserve dominierte den Markt während dieses Zyklus, doch das ändert sich. Heute sind die treibenden Kräfte für Asset-Preise langsamer, schwerer zu handeln und bleiben auch nach einer Politikänderung bestehen. Zölle werden nicht verschwinden, AI revolutioniert in Echtzeit die gesamte Branche, das Wachstum verlangsamt sich, während die Inflation klebrig bleibt. Die Wirksamkeit der Fed-Werkzeuge gegen diese Kräfte lässt nach, Investoren hinterfragen die bisherige Annahme, dass „Fed/Trump-Optionspuffer“ den Markt stützen – diese Erwartung hat die Überperformance von Wachstums- und Momentum-Strategien (außer bei Krypto) getragen.

Zwei strukturelle Handelslogiken laufen parallel und verstärken sich gegenseitig:

AI-Neubewertung. Die Quartalsberichte für das Fiskaljahr 2025 in den USA, kombiniert mit den kürzlichen Modellveröffentlichungen von Anthropic, zwingen den Markt, AI-Risiken sektorenweise und in Echtzeit zu bewerten. Die Software-Ökosysteme werden neu bewertet, Wachstumsbewertungen komprimiert, die Hardware-Investitionen werden in Frage gestellt. Das einfache AI-Handelsszenario scheint vorerst vorbei, stattdessen herrscht eine unruhigere, volatilere Lage.

De-Globalisierung. Trumps Entscheidung, nach dem Supreme Court-Urteil vom IEEPA zum Trade Act §122 zu wechseln, ist das bislang klarste Signal: Zölle sind strukturell, nicht temporär. Regierungen werden immer Mechanismen finden. Lieferketten fragmentieren weiter, Investitionskosten bleiben hoch, geopolitische Risiken sind nun ein dauerhafter Bestandteil der Asset-Allokation.

Beide Treiber zielen auf dasselbe ab: die Bewertung von wachstumsorientierten Unternehmen, die in globaler Integration und Software-Leverage eingebettet sind. Die Rotation ist bereits weit fortgeschritten. Gold, Rohstoffe, Industrie, Metalle, Bergbau, Verteidigung und Energie outperformen den Gesamtmarkt. Value-Styles sind effektiv, Wachstumsaktien werden verkauft. Es gibt keine klaren Signale für eine Zinswende: Die Fed kann bei anhaltender Inflation nicht senken, bei Wachstumsverlangsamung nicht straffen – diese Pattsituation ist selbst Teil der Handelslogik.

Digitale Assets

Seit der Liquidationskette vor zwei Wochen hat BTC mehrfach die 70.000 USD-Marke angesteuert, ohne sie zu überschreiten. Das Fehlen von Kaufbällen bei einem Rebound zeigt mehr als der Kurs selbst. Der Kurs ist chaotisch, die Liquidität dünn, die Spanne verengt sich ohne klare Richtung. ETH fiel diese Woche unter 1.900 USD, eine psychologisch bedeutendere Marke als eine technische. Die Unterstützung bei ETH liegt bei etwa 1.600 USD.

Institutionelle Nachfrage ist nach Stabilisierung des Preises ausgeblieben – im Gegensatz zu den deutlicheren Käufen im Bereich 85.000–95.000 USD. Der Derivatemarkt bestätigt die Unsicherheit: Der Basis-Spread ist auf Mehrmonats-Tief, die Pessimismus- und Short-Positionen steigen, während die Open-Interest seit Oktober kontinuierlich sinkt.

Der Orderbuchfluss ist eher verkaufsorientiert, doch in der Wochenmitte gab es ein Signal: Hochvermögende Einzelpersonen zeigten kurzzeitig eine selektive Kaufbereitschaft bei Altcoins. In einem insgesamt defensiven Umfeld ist das ein kleines, aber bemerkenswertes Vertrauenszeichen, das jedoch sehr schnell wieder verschwand.

Zur Wochenmitte wurde es erneut chaotisch, jegliche Kaufbereitschaft verschwand rasch, was zeigt, dass der Markt noch nicht bereit ist, proaktive Positionen zu belohnen. Marginal bleiben Schutz- statt Angriffspositionen dominierend.

Unsere Einschätzung

Zuerst langsam, dann plötzlich. Der Markt scheint dabei, verschiedene Narrative zu einem Bild eines Paradigmenwechsels zu verschmelzen.

Derzeit werden Krypto-Assets als „Hoch-Beta-Wachstumsanlagen“ verkauft – zusammen mit Tech-Aktien und Momentum-Strategien – während die Welt von steigenden Wachstumsrisikoprämien und der Ohnmacht der Fed geprägt ist. Die anhaltenden Nettoabflüsse aus ETFs bestätigen diese kurzfristige Realität.

Doch aus der Distanz betrachtet, ist die spannendere Frage: Wie stark ist die Nachhaltigkeit dieses Paradigmenwechsels? Die Narrative von Stagflation, De-Globalisierung und Fed-Blockade scheinen nicht mehr nur kurzfristige Katalysatoren, sondern eine echte Neubewertung des Makro-Umfelds zu sein – eine Konstellation, die harte Assets, Rohstoffe und Value begünstigt, nicht Wachstumswerte. Derzeit befinden sich Krypto-Assets auf der nachteiligen Seite dieses Trades.

Dennoch haben wir ähnliche Situationen schon erlebt. In den letzten zehn Jahren führten wiederholte Rotationen aufgrund von Wachstumsangst letztlich dazu, dass sich die Risikobereitschaft wieder erhob und die Märkte neue Impulse fanden. Dieses Mal ist die Situation anders, weil AI-Neubewertung und De-Globalisierung strukturelle Eigenschaften besitzen. Es ist jedoch noch zu früh, um von einem Paradigmenwechsel zu sprechen. Wie stark die Nachhaltigkeit dieses Narrativs ist, bleibt die wichtigste Frage für den Kryptomarkt 2026 – eine Antwort haben wir noch nicht.

BTC-1%
ETH-1,14%
Original anzeigen
Diese Seite kann Inhalte Dritter enthalten, die ausschließlich zu Informationszwecken bereitgestellt werden (keine Zusicherungen oder Garantien), und sie sind nicht als Billigung der darin geäußerten Ansichten durch Gate oder als finanzielle bzw. fachliche Beratung zu verstehen. Weitere Informationen finden Sie im Haftungsausschluss.
  • Angebot
  • Kommentieren
  • Reposten
  • Teilen
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare
  • Anheften

Handeln Sie jederzeit und überall mit Kryptowährungen
qrCode
Scannen, um die Gate App herunterzuladen
Community
Deutsch
  • 简体中文
  • English
  • Tiếng Việt
  • 繁體中文
  • Español
  • Русский язык
  • Français
  • Deutsch
  • Português (Portugal)
  • ภาษาไทย
  • Indonesia
  • 日本語
  • بالعربية
  • Українська
  • Português (Brasil)