Was ist CBDC? Eine vollständige Erklärung der digitalen Zentralbankwährung

Die Welt des Geldes verändert sich rasant. Heute können Sie mit dem Mobiltelefon bezahlen, innerhalb von Sekunden Gelder ins Ausland senden oder sogar digitale Kunst mit Kryptowährung kaufen. Während das tägliche Leben immer digitaler wird, beginnen Zentralbanken nach neuen Lösungen zu suchen. Eine davon ist die CBDC, die Zentralbank-Digitale Währung. Im Gegensatz zu Projekten wie Bitcoin werden diese Währungen von Regierungen ausgegeben und als stabile Wertsysteme entwickelt.

CBDC-Definition: Wann erstellt die Zentralbank eine digitale Währung

CBDC ist das, was auf den ersten Blick vielleicht nicht erkannt wird – einfach die digitale Version der Landeswährung. Wenn Sie Dollar, Euro oder Yen besitzen, wissen Sie, was CBDC ist. Es ist kein neues Geldsystem, sondern lediglich eine elektronische Entsprechung physischen Bargelds.

Hier besteht jedoch ein wichtiger Unterschied. Im Gegensatz zu digitalen Systemen, die vom privaten Sektor geschaffen wurden, sind CBDCs vollständig reguliert und unter Kontrolle der Zentralbank. Möchten Sie diese Gelder an andere übertragen, wird die Transaktion von der Zentralbank bestätigt. Sie gelten als rechtmäßiges Zahlungsmittel, ähnlich wie Bargeld – Sie können damit Lebensmittel kaufen, Rationen bezahlen oder Geschäfte abrechnen.

Warum Zentralbanken die Erforschung von CBDC beschlossen haben

Seitdem die Nutzung von Bargeld abnimmt, sehen sich Zentralbanken mit technologischen Herausforderungen konfrontiert, zumindest aber mit Fragen des Managements. Warum sollte jemand direkten Zugang zu einer traditionellen Bank haben, wenn sein Wochenbudget bequem per App verwaltet werden kann?

Erste Herausforderung – Rückgang der Bargeldnutzung. Internationale Zahlungen, Alltagsgeschäfte – all das entfernt sich zunehmend vom physischen Geld. Mit der Einführung einer digitalen nationalen Währung können Zentralbanken ihre Rolle im Finanzleben der Menschen bewahren, unabhängig von privaten Dienstleistern.

Zweite – finanzielle Inklusion. Weltweit haben Milliarden Menschen keinen Zugang zu Bankkonten, doch die meisten besitzen ein Mobiltelefon. CBDC könnte ihnen eine sichere Möglichkeit bieten, Gelder zu speichern und zu versenden, ohne physisch eine Bank aufsuchen zu müssen.

Dritte – operative Effizienz. Internationale Überweisungen oder Bargeldtransfers sind heute teuer und langsam. CBDC könnte den Geldfluss zwischen Ländern deutlich beschleunigen und die Kosten senken, indem Zwischenhändler eliminiert werden.

Vierte – Ausbau der politischen Instrumente. Regierungen könnten CBDC durch entsprechende Maßnahmen steuern. Zum Beispiel könnte Unterstützung automatisch enden, wenn sie nicht genutzt wird, oder Steuervergünstigungen nur für bestimmte Güter gelten. Das würde eine präzisere Kontrolle darüber ermöglichen, wie Ausgaben erfolgen.

Fünfte – Wettbewerbsfähigkeit. Private Tech-Firmen und stabile Kryptowährungen wachsen rasant. Zentralbanken könnten Gefahr laufen, die Kontrolle zu verlieren, wenn sie zu langsam auf Veränderungen reagieren – ihre Kontrolle könnte schnell schwinden.

Wie funktioniert CBDC: Technologische Plattformen und Modelle

CBDC ist keine Einheitslösung, die alle Länder übernehmen. Manche Zentralbanken führen direkte Konten – Sie halten direkt Gelder bei der Zentralbank, ähnlich einem Girokonto. Andere setzen auf Zwischenhändler – Geschäftsbanken und Zahlungsdienstleister. Dieses Zwei-Schicht-Modell basiert auf bestehender Infrastruktur und ermöglicht es den Menschen, weiterhin bekannte Apps und Dienste zu nutzen.

In technischer Hinsicht kann CBDC verschiedene Lösungen verwenden. Einige Banken setzen auf eine zentrale Datenbank – ein einfaches, schnelles System, bei dem die Zentralbank alle Transaktionen überwacht. Andere entscheiden sich für eine Distributed Ledger Technology (DLT) – ein System, bei dem Transaktionsaufzeichnungen sicher zwischen den Netzwerkpartnern geteilt werden. Diese zweite Variante bietet mehr Transparenz und kann Smart Contracts unterstützen.

Es gibt auch Offline-Zahlungsoptionen. In Gebieten mit eingeschränktem Internetzugang kann CBDC über sichere Geräte funktionieren, ähnlich wie Smartkarten, mit einem kleinen Guthaben, das bei erneuter Verbindung synchronisiert wird.

Arten von CBDC: Retail und Wholesale

CBDC ist kein Einheitsprodukt. Sie wurden von Anfang an für zwei unterschiedliche Zielgruppen konzipiert.

Retail-CBDC – das ist die Version, die Sie nutzen würden. Es ist wie Bargeld aus Ihrer Brieftasche, nur digital. Eine Pizza kaufen, Geld an Freunde schicken – alles funktioniert wie bei regulärem Mobile Banking, nur mit staatlicher Garantie.

Wholesale-CBDC – eine andere Kategorie. Sie richtet sich an Banken und große Finanzinstitute, die damit im Hintergrund operieren. Hier stellt die Zentralbank spezielle Konten bereit, die von großen Akteuren genutzt werden können. Über dieses System kann die Zentralbank eine genauere Kontrolle des Finanzsystems erlangen – etwa durch Regulierung der Mindestreserven oder Zinsen, schneller und präziser als mit herkömmlichen geldpolitischen Instrumenten.

Innovationen und Herausforderungen: Was man über CBDC-Risiken wissen sollte

CBDC bietet viele Chancen, aber auch Risiken.

Datenschutz steht an erster Stelle. Wenn jede Transaktion durch das CBDC-System läuft, kann die Regierung sehen, wann, wo und wie Sie Geld ausgeben. Das kann Betrug und Steuerhinterziehung reduzieren, aber viele befürchten eine zu starke Überwachung. Die Frage ist: Könnte CBDC den Behörden das Recht geben, Konten einzufrieren oder Zugriffe zu beschränken?

Bankensystem könnte gestört werden. Wenn Menschen massenhaft Gelder von klassischen Konten in CBDC verschieben, könnte das die Kapitalbasis der Geschäftsbanken verringern. In Krisenzeiten könnte dieser Effekt sich beschleunigen – Menschen könnten ihre Gelder bei der Zentralbank als sicherer empfinden, was die Stabilität des Bankensystems gefährden könnte.

Technologie und Zugang sind keine Selbstverständlichkeit. Für eine erfolgreiche CBDC muss sie sicher, stabil und benutzerfreundlich sein. Ist sie zu komplex, könnten viele Menschen sie im Alltag nicht effektiv nutzen. Da CBDC Teil der nationalen Infrastruktur wird, muss sie gegen Cyberangriffe und Systemausfälle gewappnet sein. Ein Fehler könnte Millionen betreffen.

Weltweite CBDC-Projekte: Praxisbeispiele

Theoretisch ist schön, aber die Praxis ist viel konkreter. Seit Juli 2025 berichtet der Atlantic Council CBDC-Tracker, dass mehr als 130 Länder an CBDC arbeiten oder diese entwickeln.

Bereits eingeführt: Einige Projekte sind bereits live. Das Sand Dollar auf den Bahamas, JAM-DEX in Jamaika und e-Naira in Nigeria – allesamt Retail-CBDCs, die den Zugang zu digitalen Zahlungssystemen verbessern sollen. Sie basieren auf dem Bedarf an finanzieller Inklusion.

Pilotprojekte laufen: China testet die e-CNY (e-Renminbi), eines der größten und am besten verwalteten Pilotprogramme, Indien arbeitet an der digitalen Rupie, Russland testet den digitalen Rubel – diese Projekte erforschen, wie CBDC praktisch funktioniert, bevor sie breit eingeführt werden.

Weitere Untersuchungen: Kanada, Neuseeland und viele andere Länder prüfen, wie CBDC in ihre bestehenden Finanzsysteme integriert werden kann. Das ist kein Rückschritt, sondern eine notwendige Infrastrukturentwicklung.

CBDC, stabile Währungen und Kryptowährungen: Die wichtigsten Unterschiede

Diese drei Kategorien werden oft verwechselt, sind aber grundverschieden.

CBDC – von der Regierung und der Zentralbank geschaffen. Sie sind reguliert, staatlich unterstützt und gelten als vertrauenswürdig wie herkömmliches Geld. Der Staat steht für ihre Sicherheit.

Stabile Kryptowährungen – private Projekte, meist an eine Fiat-Währung wie den US-Dollar gekoppelt. Ziel ist es, stabile Preise zu halten, aber das hängt stark von der Reserveverwaltung des privaten Anbieters ab. Wenn die Reserven nicht ausreichend sind, kann die Stabilität verloren gehen.

Kryptowährungen – wie Bitcoin oder Ether – sind dezentral, zensurresistent und ohne zentrale Kontrolle. Das Netzwerk wird nicht von einer Firma oder Regierung gesteuert. Ihre Kurse können jedoch extrem volatil sein, ähnlich einer Achterbahn.

Zukunft der CBDC: Was uns erwartet

CBDC wird noch entwickelt und getestet, doch ihr Potenzial, das Geldnutzungsverhalten zu verändern, ist größer denn je. Mit der Einführung digitaler nationaler Währungen streben Zentralbanken nicht nur die Modernisierung des Zahlungsverkehrs an, sondern auch die Förderung finanzieller Inklusion und Effizienz.

Gleichzeitig wirft CBDC wichtige Fragen zu Datenschutz, zentraler Kontrolle, der Rolle der Banken und Risiken für weniger wohlhabende Gruppen auf. Die Zukunft hängt maßgeblich davon ab, wie gut diese Herausforderungen gelöst werden und ob der Nutzen verantwortungsvoll und sicher für die Gesellschaft gestaltet wird.

Eines ist sicher: Wenn CBDC eine breite Akzeptanz findet, wird sich die Welt des Geldes grundlegend verändern.

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