Bargeld bleibt in der Schweiz König, obwohl das Land das globale Zentrum für Blockchain- und Kryptowährungsinnovationen beherbergt. Am Wochenende stimmten die Schweizer über die Initiative „Bargeld ist Freiheit“ und einen Gegenentwurf ab, die sicherstellen sollen, dass Bargeld als Zahlungsmittel erhalten bleibt, trotz der wachsenden Präferenz der Unternehmen für bargeldlose Transaktionen.
Die Initiative und der Gegenentwurf verfolgen dasselbe Ziel, nämlich sicherzustellen, dass genügend Bargeld im Umlauf ist, damit Verbraucher es nutzen können. Sie fordern die Regierung auf, eine angemessene Menge an Banknoten und Münzen für Inlandszahlungen bereitzustellen.
Außerdem verhindern sie, dass der Schweizer Franken durch eine andere Währung ersetzt wird. Dennoch eröffnen sie die Möglichkeit für Menschen und Kantone, die Regel mit ausreichender Stimmenzahl zu kippen.
Der Gegenentwurf des Bundesrats und des Parlaments, obwohl er die gleiche Absicht widerspiegelt, stimmte in der Formulierung mit der Initiative der Bürgerorganisation Schweizer Freiheitsbewegung (MLS) nicht überein. Daher forderte er, die konkreteren Regeln in den bestehenden Texten der Bundesverfassung zu verankern.
Die Parteien führten die Maßnahmen ein, da die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung laut einer Umfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus dem Herbst 2024, an der 2.000 Schweizer teilnahmen, weiterhin Bargeldzahlungen bevorzugt. Die Ergebnisse zeigten, dass 95 % gegen eine vollständige Umstellung auf eine bargeldlose Gesellschaft sind, aber auch eine zunehmende Tendenz zu bargeldlosen Transaktionen besteht.
Interessanterweise besaßen nur 10 % der Befragten Kryptowährungen. Das war für ein Land, das viele Krypto-Innovationen beherbergt, einschließlich der Geburtsstunde von Ethereum (ETH) und Bitcoin Suisse, ziemlich überraschend.
Etwa 73,4 % der Wähler und alle 26 Kantone stimmten dem Gegenentwurf zu. Andererseits lehnten 54,4 % die Version der MLS der Initiative ab.
Die Stimmen stimmten für den Vorschlag der Regierung, Artikel 99 der Schweizer Verfassung zu ändern, um den Schweizer Franken ausdrücklich als nationale Währung zu benennen und die SNB zu verpflichten, eine ausreichende Bargeldversorgung für die Öffentlichkeit sicherzustellen. Es wurde argumentiert, dass Formulierungen auf Grundlage etablierter Gesetze eine nahtlosere und klarere Integration der Regeln ermöglichen. Zudem würde eine Verfassungsänderung bedeuten, dass ein Versuch, Bargeld abzuschaffen, eine obligatorische nationale Volksabstimmung erfordern würde.
Obwohl die Initiative und der Gegenentwurf kein explizites Verbot einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) enthalten, schaffen sie eine rechtliche Barriere, die die Abschaffung von physischem Bargeld zugunsten digitaler Vermögenswerte verhindert. Damit werden Bedenken hinsichtlich möglicher Überwachungs- und Kontrollfunktionen einer CBDC gemindert.