Am 11. März wurden die Bitcoin-Preise während der asiatischen Handelszeit erneut unter die Marke von 70.000 US-Dollar gedrückt. Laut Daten lag der Kurs um 01:55 Uhr Eastern Time bei etwa 69.583 US-Dollar, was einem Tagesverlust von etwa 0,5 % entspricht. Am Vortag stieg Bitcoin kurzzeitig über die 70.000-Dollar-Marke, doch geopolitische Risiken und vorsichtige Stimmung vor der Veröffentlichung makroökonomischer Daten setzten den Markt erneut unter Druck.
Diese Schwankungen stehen in engem Zusammenhang mit der Lage im Nahen Osten. Der US-Präsident Trump äußerte kürzlich, dass der Konflikt mit Iran „grundsätzlich beendet“ sein könnte, was kurzfristig die Risikobereitschaft an den Märkten stärkte und den Bitcoin-Preis von den frühen Wochenständen um die 60.000 US-Dollar wieder nach oben trieb. Kurz darauf warnte Trump jedoch auf Truth Social, dass die USA bei iranischer Intervention in die Ölversorgung möglicherweise ihre militärische Präsenz weiter verstärken könnten. Gleichzeitig dauern die Spannungen zwischen den USA, Israel und Iran im Golfgebiet an.
Durch den Konflikt drohte die wichtige globale Energie-Route, der Persische Golf, zeitweise geschlossen zu werden, was den internationalen Ölpreis auf fast 120 US-Dollar pro Barrel steigen ließ. Nach Trumps Äußerungen sanken die Ölpreise zwar wieder, blieben aber auf hohem Niveau, was die Unsicherheit an den globalen Märkten erhöhte.
In Bezug auf On-Chain-Daten und Marktstimmung stellte die Analyseplattform Santiment fest, dass sich die Diskussionen über Bitcoin auf Plattformen wie X, Reddit und Telegram nach Trumps Rede und dem Rückgang der Ölpreise verbessert haben, was das Anlegervertrauen kurzfristig steigen ließ.
Was den Kapitalfluss betrifft, verzeichnete der Bitcoin-Spot-ETF am 10. März einen Nettozufluss von etwa 251 Millionen US-Dollar. Institutionelle Investoren setzen ihre Positionierungen fort: Die große Bitcoin-Holding-Organisation Strategy hat in der vergangenen Woche fast 18.000 BTC hinzugekauft und tätigte diese Woche erneut Käufe. Ryan McMillin, Chief Investment Officer bei Merkle Tree Capital, erklärte, dass Bitcoin derzeit die Tiefststände im Februar verteidigt und angesichts geopolitischer Spannungen eine gewisse Widerstandsfähigkeit zeigt. Er glaubt, dass bei anhaltender Markstärke Short-Positionen bei etwa 80.000 US-Dollar unter Druck geraten könnten.
Dennoch zeigen die Marktstimmungsindikatoren weiterhin Vorsicht. Der Crypto Fear & Greed Index liegt aktuell bei 15, was im Bereich „extreme Angst“ liegt. Zudem zeigt Google Trends, dass das Suchinteresse nach „Bitcoin“ bei 71 liegt, deutlich niedriger als die Höchstwerte Anfang März.
Investoren warten derzeit auf die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisindex-Daten (CPI), die die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen und die Risikobereitschaft im Kryptomarkt weiter steuern könnten. Außerdem wird das im US-Kongress diskutierte „CLARITY-Gesetz“ aufmerksam verfolgt, bei dem Senatoren versuchen, eine Einigung bezüglich der Ertragsregeln für Stablecoins zu erzielen. Diese Entwicklungen könnten die Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA maßgeblich beeinflussen.