Wall Street-Investmentfirma Bernstein veröffentlicht den neuesten Bericht, bekräftigt die positive Haltung gegenüber USDC-Emittent Circle und setzt ein Kursziel von 190 USD, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 70 % entspricht. Analysten weisen darauf hin, dass Stablecoins bei grenzüberschreitenden Zahlungen und zukünftigen AI-Agenten-Anwendungen immer schneller verbreitet werden. Circle gilt als potenzieller Gewinner der nächsten Generation der Internet-Finanzinfrastruktur.
(Frühere Zusammenfassung: Circle, Ripple und Morgan Stanley konkurrieren: Warum sind “Krypto-Depotlizenzen” der eigentliche Treiber der Mainstream-Adoption?)
(Hintergrund: Mizuho hebt Kursziel für Circle auf 100 USD an: Ölpreisanstieg durch US-Iran-Konflikt, Fed-Zinssenkungen verzögern sich)
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Mit der zunehmenden Anwendung von Stablecoins, die sich vom reinen Kryptowährungshandel entfernen, richten Wall Street-Giganten ihre Aufmerksamkeit auf den langfristigen Wert dieses Sektors. Laut einem Bericht von The Block bekräftigten Analysten der bekannten Investmentfirma Bernstein am Dienstag in ihrem neuesten Bericht ihre positive Einschätzung für den USDC-Emittenten Circle (Aktiencode: CRCL).
Bernstein behält die „über dem Markt“ Bewertung für Circle bei und setzt ein Kursziel von bis zu 190 USD. Bei einem Schlusskurs von 111,84 USD am Montag, nach einem Anstieg von 9,74 %, entspricht dies einem möglichen Aufwärtspotenzial von rund 70 %. Die Analysten betonen, dass Stablecoins immer schneller bei Verbrauchern, Unternehmen und künftig auch bei AI-Agenten verbreitet werden.
Der Bericht zeigt, dass die Akzeptanz von Stablecoins eine starke Widerstandskraft zeigt und nicht mehr vollständig von den Bullen- und Bärenstimmungen sowie Schwankungen des Kryptomarktes abhängig ist. Obwohl Bitcoin derzeit noch unter seinem Allzeithoch liegt, hat sich die Circulating Supply von USDC von früheren Tiefständen stark erholt und erreichte etwa 78 Milliarden USD, was einen neuen Höchststand darstellt. Der führende USDT hat eine Angebotsmenge von rund 184 Milliarden USD.
In praktischen Anwendungsdaten wird für 2025 ein weltweiter Stablecoin-Transaktionsvolumen von erstaunlichen 55 Billionen USD prognostiziert, ein Anstieg um 98 % im Vergleich zum Vorjahr. Selbst ohne Roboter und Hochfrequenzhandel liegt das bereinigte tatsächliche Transaktionsvolumen bei 11 Billionen USD, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 91 %. Davon entfallen etwa 375 Milliarden USD auf reine Zahlungsaktivitäten (plus 76 %), wobei das Wachstum im Bereich „Verbraucher-zu-Unternehmen (C2B)“-Zahlungen sogar bei 131 % liegt, was zeigt, dass Stablecoins zunehmend eine unverzichtbare Rolle im globalen Zahlungsverkehr spielen.
Im Bereich der Verbrauchszahlungen ist die Verbindung von Stablecoin-Netzwerken mit traditionellen Kreditkarten das derzeit erfolgreichste Modell. Bernstein erwähnt, dass der Zahlungsriese Visa derzeit in über 50 Ländern mehr als 130 Kreditkarten mit Stablecoin-Anbindung unterstützt, mit einem jährlichen Abwicklungvolumen von etwa 4,6 Milliarden USD.
Gleichzeitig macht die von Circle aktiv ausgebaute „Circle Payment Network“ bedeutende Fortschritte. Dieses Netzwerk ermöglicht Finanzinstituten und Fintech-Plattformen, USDC zu versenden und über regulatorische Partner in lokale Fiat-Währungen umzuwandeln. Bis Februar 2026 umfasst das Netzwerk wichtige Märkte wie die EU, Singapur, Indien, die Philippinen und die USA, mit 55 teilnehmenden Institutionen und einem jährlichen Transaktionsvolumen von 5,7 Milliarden USD.
Neben traditionellen grenzüberschreitenden Zahlungen richtet Bernstein den Blick auch auf den Bereich der künstlichen Intelligenz. Analysten prognostizieren, dass mit der Reife der AI-Agenten-Technologie die Nachfrage nach Mikrozahldiensten zwischen Maschinen (M2M), z. B. für automatische API-Zahlungen oder den Kauf digitaler Dienste, explodieren wird. Stablecoins sind dabei die ideale Mikro-Währung für diese automatisierte Wirtschaft.
Aufgrund ihrer soliden regulatorischen Position, der breiten Partnerschaften mit Börsen und des ständig wachsenden globalen Zahlungsnetzwerks ist Bernstein überzeugt, dass Circle in diesem langfristigen Wettbewerb der endgültige Gewinner sein wird und eine zentrale Rolle bei der nächsten Generation der Internet-Finanzübertragung spielen könnte.