Die Bank of Japan hielt im März die Zinsen unverändert, doch der ehemalige Währungspolitikbeamte Maeda äußerte, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im April bei etwa 50 % liege, während der Overnight-Index-Swap-Markt sogar eine Preisgestaltung von 60 % aufweist. Doch die Ölpreisschocks durch den Iran-Krieg bringen den Yen in eine widersprüchliche Lage.
(Vorheriger Kontext: BoJ-Gouverneur Ueda Kazuo: Experimentiert mit Yen-Guthaben auf Blockchain-Abwicklung)
(Hintergrund: Kein Aufwärtstrend für den Yen? Sanae Takaichi überzeugt Ueda Kazuo, „nicht zu erhöhen“, BoJ könnte im März unverändert bleiben)
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Der ehemalige Währungspolitikbeamte der Bank of Japan, Maeda Eiji, äußerte:
„Selbst wenn der Konflikt im Iran neue Unsicherheiten bringt, liegt die Chance auf eine Zinserhöhung im April bei etwa 50 %, die nächste Erhöhung ist wahrscheinlich im April oder Juni. Angesichts der aktuellen Unsicherheiten sind beide Möglichkeiten ungefähr gleich wahrscheinlich. Das ist eine äußerst schwierige Lage für die BoJ.“
Der Overnight-Index-Swap (OIS) Markt bewertet die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im April sogar bei etwa 60 %. Die BoJ hat im März den Zinssatz bei 0,75 % gehalten, dem höchsten Stand seit 30 Jahren, gestiegen seit Dezember letzten Jahres. Doch wann wird der Yen die nächste Bewegung zeigen?
Für die BoJ bringt der Iran-Krieg eine widersprüchliche Situation bezüglich der Zinserhöhung.
Japan ist einer der größten Ölimporteure weltweit. Steigende Ölpreise bedeuten höhere Importkosten, eine zunehmende Handelsbilanzdefizit und stärkeren Druck auf den Yen.
Ein schwächerer Yen führt zu höherer Import-Inflation, was das Risiko erhöht, hinter der Inflationskurve zurückzubleiben.
Maeda Eiji machte deutlich: „Wenn die BoJ im April nicht handelt, könnte der Yen weiter schwächer werden. Wenn der USD/JPY über 160 steigt, erhöht sich das Risiko, hinter den Marktbewegungen zurückzubleiben.“ Derzeit schwankt der USD/JPY bei 156–157, nicht weit entfernt von der Warnlinie bei 160.
Das Paradoxon besteht darin, dass geopolitische Unsicherheiten normalerweise die Währungssicherung (Hedging) der Zentralbanken konservativ machen sollten, doch der Iran-Krieg erschüttert die Rolle des Yen als „sicherer Hafen“. Japan ist ein Ölimporteur, kein Exporteur, steigende Ölpreise sind also schlechte Nachrichten für Japan. Der Yen fällt statt zu steigen, was den Druck auf eine Zinserhöhung verstärkt.
Im August 2024 erhöhte die BoJ überraschend die Zinsen um 0,25 %, während die schwachen US-Arbeitsmarktdaten einen dramatischen Absturz auslösten. Der Nikkei 225 fiel an einem Tag um 12,4 %, der schlimmste Tagesverlust seit 1987. Weltweit wurden Aktienmärkte mitgerissen, Bitcoin fiel damals von 62.000 USD auf 49.000 USD, fast 20 % in 48 Stunden.
Das Kernprinzip ist das kollektive Schließen der Yen-Arbitrage-Positionen (Carry Trade). Dieses basiert auf der Logik, Yen mit nahezu null Zinsen zu leihen, in USD, AUD, IDR oder andere Hochzinswährungen umzuschichten und in US-Aktien, Kryptowährungen oder Schwellenländeranleihen zu investieren, um Zinsdifferenzen und Wertsteigerungen zu nutzen.
Schätzungen zufolge beläuft sich das Volumen auf mehrere Billionen bis 4 Billionen USD (einschließlich Derivate). Sobald der Yen an Stärke gewinnt, müssen diese Hebelpositionen zwangsweise geschlossen werden, was bedeutet, dass Institutionen US-Aktien verkaufen, Währungen verkaufen und Yen zurückkaufen – ein Teufelskreis.
Wenn die BoJ im April 2026 die Zinsen erhöht, stellt sich die Frage: Kann dieses Szenario erneut ablaufen?
Kurz gesagt, die Wahrscheinlichkeit eines umfassenden Zusammenbruchs besteht, ist aber gering.
Der Crash im August 2024 wurde durch eine „Überraschung“ ausgelöst, da der Markt den Zinsanstieg der BoJ nicht erwartete und überrascht wurde. Dieses Mal ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Märkte die 60 % für eine April-Erhöhung bereits eingepreist haben, hoch, sodass ausreichend Zeit besteht, Positionen anzupassen.
Der Einfluss des Iran-Kriegs auf den Yen ist kontraintuitiv: Traditionell sollte geopolitische Unsicherheit den Yen stärken (Hedging-Nachfrage). Doch diesmal belastet der Yen, was darauf hindeutet, dass Kapitalflüsse in US-Dollar oder Gold fließen, nicht in Yen. Das verringert die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Yen-Anstiegs.
Das größte Risiko besteht, wenn die Konflikte zwischen den USA und dem Iran im März nicht enden, sondern im April eskalieren (z.B. Blockade des Hormuz-Straße, Ölpreis über 100 USD), während die BoJ weiterhin erhöht. Zwei gleichzeitige Schocks könnten zu einem ähnlichen Massen-Close wie im August 2024 führen.
Der USD/JPY bei 160 ist derzeit eine wichtige Marke, die Investoren im Devisenhandel im Blick haben sollten.
Dies ist keine Anlageberatung, sondern eine Referenz für eigene Recherchen.