Das globale Zahlungssystem befindet sich in einer bedeutenden Transformation, da Banken ihre Messaging-Infrastruktur aufrüsten. Das internationale Netzwerk SWIFT erwartet, dass die meisten Institute in den nächsten Jahren auf das ISO 20022-Format umstellen werden. Tatsächlich schätzt SWIFT, dass bis 2026 fast 90 % der weltweiten Transaktionen auf ISO 20022 laufen könnten. Diese Veränderung stellt eines der größten Upgrades des Finanzsystems seit Jahrzehnten dar. Gleichzeitig passen mehrere Blockchain-Netzwerke ihre Systeme an den neuen Messaging-Standard an.
Der ISO 20022-Standard wurde von der International Organization for Standardization entwickelt. Ziel ist es, ältere Finanznachrichtenformate, die weltweit von Banken genutzt werden, zu ersetzen. Früher waren die Institute stark auf das MT-Nachrichtenformat angewiesen.
Das ältere System bietet jedoch nur begrenzte strukturierte Daten. Mit dem Wachstum der globalen Zahlungen entstanden durch diese Einschränkungen Ineffizienzen bei grenzüberschreitenden Transaktionen. ISO 20022 löst dieses Problem, indem es umfangreichere und strukturierte Zahlungsinformationen ermöglicht.
Zum Beispiel können Banken detaillierte Daten wie Rechnungsreferenzen, Kundenkennungen und Compliance-Informationen anhängen. Dadurch können Finanzinstitute Prozesse leichter automatisieren. Das System reduziert manuelle Fehler und beschleunigt die Transaktionsabwicklung.
Um den Wandel zu beschleunigen, hat SWIFT einen formellen Migrationszeitplan für ISO 20022 eingeführt. Die Organisation plant, alte Formate schrittweise abzuschaffen und die Einführung bis November 2025 verpflichtend zu machen. Nach diesem Zeitpunkt werden die meisten internationalen Zahlungsnachrichten dem neuen Standard folgen.
Diese Entscheidung betrifft Tausende von Banken, die mit dem SWIFT-Netzwerk verbunden sind. Da SWIFT den Großteil der globalen Zahlungsanweisungen abwickelt, wird der Übergang die Infrastruktur hinter internationalen Überweisungen neu gestalten.
Schätzungen zufolge übersteigen grenzüberschreitende Zahlungen jährlich 150 Billionen US-Dollar. Selbst kleine Effizienzsteigerungen könnten daher die Kosten im Finanzsektor senken.
Gleichzeitig haben sich mehrere Blockchain-Netzwerke auf die Kompatibilität mit dem ISO 20022-Messaging vorbereitet. Dazu gehören Plattformen von Ripple, der Stellar Development Foundation, Algorand und Hedera.
Entwickler in diesen Ökosystemen betonen das Potenzial für eine stärkere Interoperabilität mit Banken. Zum Beispiel wurde die digitale Asset XRP für grenzüberschreitende Zahlungssysteme entwickelt. Befürworter argumentieren, dass die Kompatibilität mit ISO 20022 die Kommunikation zwischen traditionellen Finanzsystemen und Blockchain-Plattformen verbessern könnte.
Experten erwarten jedoch, dass die Integration schrittweise erfolgen wird. Regulatorische Rahmenbedingungen und die Akzeptanz durch Institutionen spielen weiterhin eine entscheidende Rolle. Dennoch spiegelt die zunehmende Angleichung zwischen Finanznachrichtenstandards und Blockchain-Netzwerken einen breiteren Wandel hin zu einer modernisierten Zahlungsinfrastruktur wider.